Legt der Franke stets den eh'rnen DegenIn die Wage der Gerechtigkeit."
Der Sachsenkrieg.
Karl der Große, so viel sehen wir schon aus dem bisheri-gen Verlaufe der Dinge, Karl der Große war zum Erobererund zwar zum Eroberer im Namen des Höchsten, nicht nurgeboren, er wurde auch dazu gezogen, er wurde von Innenund von Außen, von dort aus hauptsächlich durch die Ver-irrungen seines Herzens und die Zerwürfnisse seines Hau-ses, von hier aus durch die ganze Weltlage seiner Zeit,insbesondere durch die Verhältnisse von Italien, welchedie Rettung Rom's zum unabweisbaren Bedürfnisse derSelbsterhaltung für ihn machten, ihn aber eben dadurchauch in die falsche Stellung hineindrängten, die ein noth-wendiges Ergebniß der Urfeindschast zwischen dem germa-nischen und dem römischen Elemente über kurz oder langden Sturz seines Reiches herbeiführen mußte — er wurde,sage ich, durch die Verhältnisse von Eroberung zu Erobe-rung fortgerissen. Aber die göttliche Weltregierung, dieihn berufen hatte, in ihrer unendlichen Liebe und Weis-heit, stellte ihm dabei jederzeit einen Engel zur Seite, derden Eroberer nicht zum Weltstürmer, den großen Karl nichtzum großen Napoleon werden ließ. Die Weiber, die über-haupt in der Weltgeschichte wie im häuslichen Leben, we-nigstens als ursächliches oder doch anläßliches Moment,eine Hauptrolle spielen, die Weiber, und zwar vorzüglichdie Königin Mutter Bertrada und ihre eben so unglück-liche als unschuldige Namensschwester, die Tochter desletzten Nationalkönigs der Langobarden, so-wie die hochverdiente Königin Hildegard, waren dieSchicksalsschwestern, welche seinen und seines Reiches Le-