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Volke plötzlich die römische Kaiserkrone aufs Haupt,und die fiel, schon als die ältere und ursprüngliche, ge-waltig schwerer in's Gewicht, als die griechische, schwergenug, die Schale der letztem ohne Schwertstreich in dieLuft zu schnellen.
Nun erst war die Eroberung Italiens vollendet undder Weltherrschaft Karl's des Großen der Boden gewon-nen. Paul, der bescheidene Diacon, der als En-gel der Versöhnung nicht wenig zu der glücklichen Wen-dung der Dinge beigetragen hatte, war mittlerweile hin-übergegangen in eine bessere Welt, eine noch schwerere undköstlichere Krone, die Krone des Lebens, zu empfangen ausden Händen des allvergeltenden Weltenlenkers. Die Be-wegung aber, die den großen Umschwung begleitete, zit-terte noch hundert und lausend Jahre durch das ganzeeuropäische Völkerleben nach. Die Wiederherstellung deslongobardischen Nationalthrones ist noch heute das Feld-geschrei Italiens, und nicht bloß das bei Novara gelegeneMortara, wo Desiderius, der letzte Nationalkönigder Longobarden, von Karl, dem großen Könige der Fran-ken, und mehr denn ein Jahrtausend später, am 23. März1849 Karl Albert, der (vorletzte?) Nationalkönig derSarden, von Radetzky, dem großen und greisen Feld-herrn der Oesterreichs, in blutiger Vertilgungsschlacht ge-schlagen wurde, das ganze Gebiet des Postromes ist Ein,in unsern Tagen wieder von frischem Blute dampfendesund nach neuen Opfern verlangendes ungeheures Todten-feld, von dem es immer und immer heißt, wie der Dich-ter sagt:
»Dorten gilt's, das Loos der Welt zu wägen,Doch wie Brennus in der alten Zeit