Nachkommen. Die drei erstem bildeten in ihrer Gesammt-heit die Nation und schickten je zwölf Abgeordnete ausjedem Gau zu den berathenden und beschließenden Ver-sammlungen des Stammes oder des Volkes, aber nurdie zwei erstem, die Vollfreien, hatten eine Stimme beider Beschlußnahme und einen abgabenfreien Grundbesitz,am Kriege jedoch nahmen alle drei ihren vollen Antheil,und im Kampfe wetteiferten sie mit einander an Tapfer-keit. Wer zur vierten Klasse gehörte, war aller Ehr undWehr, alles Besitzes und Rechtes bar und keinen Augen-blick vor dem Opserbeile sicher, das ihn blutdürstigenGöttern schlachtete. Die Vollfreien saßen größtentheils ver-einzelt auf ihren Gehöften, umgeben in weitem, ödem Um-kreise von ihren halbfreien Lazzen, den Tunscharlingendes spätern Mittelalters, wie noch heutzutage die Bauernin Westfalen.
Das Land war von Wald und Sumpf besäumt unddurchsetzt. Noch heute trifft man auf dem obgenanntenHümling, einem von Mooren umschlossenen und von Moi-ren durchschnittenen Grenzlande zwischen der Ems undWeser, tief unter dem Moore versunkene Waldstrecken, de-ren Stämme die Wurzeln nach Nordwest, die Spitze nachSüdost kehren, unstreitig durch hereingebrochen Meeres-sluthen niedergeschwemmt, wie deren eine die Cimbernaus ihren Sitzen soll vertrieben haben zum großen Ent-setzen der Römer. Im Innern bildete denn das Sachsenlandvollends eine nur hin und wieder von Lichtungen unter-brochene Wildniß, die beinahe jede geregelte Kriegführungunmöglich machte und den eindringenden Heermassen nochimmer dasselbe Grab öffnete, welches dereinst die römi-schen Legionen im Teutoburger Walde verschlungen hatte.Die fränkischen Kriegsvölker mußten sich erü Lagerplätze