Band 
Sechster Theil.
JPEG-Download
 

264

Wittekind wieder zu den Waffen und brachen mit Feuernnd Schwert in die fränkischen Grenzen ein und verwü-steten alles Land bis an den Rheinstrom und auf dessenrechtem Ufer hinaus bis zur Mündung der Mosel und lie-ßen ihre Wuth besonders an den Pflanzstätten des Chri-stenthums , wie namentlich am Kloster des heiligen Suit-bert, aus. Ihre Erbitterung, sagt die zeitgenössische Ge-schichtschreibung, war so groß, daß sie keinen Unterschieddes Alters und Geschlechtes kannten, und daß man deutlichsah, wie sie nicht der Beute nachjagten, sondern der Rache.Der König erhielt die Nachricht von ihren Greuelthatenaus dem Rückwege von seinem spanischen Feldzuge in derStadt Autesiodorum (Auxerre). Sogleich ließ er den Ost-franken und Alamannen den Befehl zugehen, gegen dieMordbrenner zu Felde zu ziehen. Er selbst aber entließdie Streitmacht, die er um sich hatte, und begab sich fürden Winter nach H'eristal. Mittlerweile rückte das aufge-botene Heer in Eilmärschen auf die Sachsen los, siewo möglich noch aus fränkischem Gebiete zu erreichen. Aberdiese hatten »ihre Sache bereits abgemacht* und waren aufdem Heimwege begriffen. Die gegen sie ausgeschickten Völkerjagten ihnen nach und trafen sie an der Eber im Hessengau,und mitten im Flusse hieben sie auf die Fliehenden ein undrichteten ein Blutbad unter ihnen an, dem nur Wenige entka-men, die Kunde heimzubringen vom Untergänge ihrer Brüder.

Mit dem Anfange des Frühlings (779) brach sodannder König von Düren aus, wo er den Reichstag gehal-ten hatte, wieder in Person nach dem Sachsenlande auf.Er setzte bei Wesel, an der Mündung der Lippe, über denRheinstrom. Die Sachsen standen vier Stunden von dortbei Bo cholt an der Aa und erwarteten ihn zum Kampfe.Sie wurden trotz der hartnäckigsten Gegenwehr geworfen