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Gerechtigkeit selbst in die Hand, er ließ die Häupter der Ver-schworenen hinrichten. Aus die Nachricht hieven schickteLudwig sofort seinen Neffen, den König von Italien,zur Untersuchung der Sache wieder in sein Land, begingaber die Unvorsichtigkeit, sich eine Reihe von Beschuldi-gungen vorlegen zu lassen, die man gegen den überlästigenPapst vorbrachte. Leo sah sich genöthigt, durch eine eigene Ge-sandtschaft dieselben von sich abzuwälzen und sich sogar wegeneigenmächtiger Gerechtigkeitspflege zu rechtfertigen. Dadurchwurde die Auflehnung nur kühner; und wie nun der Papsterkrankte, sammelten sich seine Feinde zu Haus und plün-derten seine Güter und legten seine Landhäuser in Asche,und wollten die ganze Stadt in Aufruhr setzen und sichmit Gewalt nehmen, was man ihnen, wie sie behaupte-ten, mit Gewalt entrissen hätte. Bernhard mußte mitTruppenmacht einschreiten; der treue Winigis wurdeder Empörung Meister. Bald darauf am 24. Mai 816,schied Leo III. aus dem Leben der Zeitlichkeit.
Die Ordnung schien sich wieder befestigen zu wollen.Ein Römer von vornehmer Abkunft, der CardinaldiaconStephan IV. bestieg den Stuhl Petri. Sogleich ließ erseine Römer dem Kaiser Ludwig Treue schwören, undzwei Monate nach seiner Consecration trat er persönlichdie flkeise über die Alpen an und setzte seinem Schirm-herrn mit eigener Hand das Diadem auf's Haupt. Derrömische Adel schien nachholen zu wollen, was er am 25.Dezember 800 versäumt hatte. Aber der Schein trog. Indemselben Augenblicke, in welchem er sich zum Hochzeils-mahle setzte, auch seinerseits die Minne der neuen Kaiser-herrschaft zu trinken, proklamirte er durch den Enkel Karl'sdes Großen selbst die Unabhängigkeit Italiens, und dieStreitmacht des gesammten Frankenreiches jenseits der