der Große wußte einen Ausweg zu ermitteln und aufdiesem die Metropolitangewalt aus einem Werkzeuge desrömischen Stuhles in ein Werkzeug des Thrones umzu-wandeln. Im Vertrauen auf diesen Ausweg schritt er dennnach langjähriger Vorbereitung endlich getrosten Mutheszur Eintheilung seines Reiches in außerordentliche Metro-politansprengel, und bald zerfiel dasselbe in 24 Erzbis-thümer.
Der Ausweg, den der große Staatsordner einschlug,bestand in der Durchführung des Planes, jede Behörde,von der höchsten bis zur niedersten, aus zwei Hälften, ei-ner weltlichen und einer geistlichen, zusammenzusetzen, wienoch heute bei uns das im engern Sinne sogenannte»Amt« oder »Oberamt« ein »gemeinschaftliches« ist, be-stehend aus dem Amtmann oder Schultheiß und dem Pfar-rer, aus dem Oberamtmann und dem Decan: freilich einkaum noch vernehmbarer Nachklang des Zusammenwirkensbeider Gewalten in ihrem Ursprung. Diese beiden Hälftensollten dann einander in der Ausübung ihres Amtes nichtnur unterstützen, ergänzen, sondern auch überwachen. EinCapitular von 823, der klarste Ausdruck des Gedan-kens Karls des Großen, obgleich derselbe dazumal nurnoch in seinem Werke lebte, sagt hierüber: »dieweil einemJeglichen von euch sein besonder Theil in Unserem Dienst-kreise zugewiesen ist, wollen Wir auf dem Wege der Er-kundigung und durch andere sichere Anzeigen, sowie durchUnsere ausdrücklich hiezu aufgestellten Sendboten, so weiteines Jeden Eifer in dieser Sache geht, und durch dasgemeinsame Zeugniß, der Bischöfe nämlich über die Gra-fen, der Grasen über die Bischöfe, in Erfahrung zu brin-gen suchen, in welcher Weise die Grafen die Gerechtigkeitlieben und handhaben, und wie gewissenhaft die Bischöfe