Band 
Sechster Theil.
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in Wandel und Predigt sich zeigen, und wollen Uns vonbeiden auch über andere zu ihrem Dienstkreise gehörigerGetreuer Gerechtigkeit und Frieden und Eintracht Berichterstatten lassen.«

Die Erzbischöfe hatten natürlich abgesehen von ihremoberhirtlichen Wirkungskreise auch ihren eigenen bischöfli-chen Sprengel. Für ihn stand ihnen dann weltlicherSeits der Graf dieses Sprengels als ergänzende undcontrolirende Hälfte zur Seite, in ihrem erzbischöflichenWirken aber stellte sie Karl der Große unmittelbar unterdie Leitung seines Cultministeriums, und mit diesem un-ter seine eigene persönliche oder an außerordentliche Stell-vertreter übertragene Aufsicht. Dies überhob ihn vor derHand der Maßregel, ihnen besondere weltliche Provinzial-oder Kreisvorstände zur Seite zu stellen, und erst seineSöhne und Enkel setzten solche wieder in den Herzogenein. Dagegen schuf sich nun der große Meister der Staats-kunst besondere Werkzeuge aus fernen Vertrauten, die ihnzum unumschränkten Gebieter über alle seine Grafen undBischöfe und Erzbischöfe mrchten, Es sind dies eben dieaußerordentlichen Stellvertreter, an die er seine eigeneAufsicht übertrug, die königlichen Sendboten oderMissi, die Seele der karolingischen Reichsordnung, ursprüng-lich unsern außerordentlichen Regierungscommissären ver-gleichbar, die einem verdächtigen Beamten mitten in derNacht in's Haus fallen, ihm Schlüssel und Rechnung ab-zufordern. Schon die merovingischen Könige oder derenHausmeier hatten zuweilen diesen oder jenen ihrer Ver-trauten in die Landschaften und Städte geschickt, um sichvon der Verwaltung und den Zuständen derselben durchunmittelbare Anschauung zu überzeugen und im Namendes Königs Beschwerden und Gesuche entgegenzunehmen,