Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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191

VIII.

Auf Bodmers Tod.

A,

2)odn,er! Wenn dein unsterbliches Ohr noch sterblichen Liedern,Und dein Herz dem Gefühl klagender Liebe sich neigt;

Wenn nicht das Rauschen der Harfen am Thun, und das HallclujuDeines vollendeten Lieds, schon dich der Menschheit entzog;

O so höre die Klage des Jünglings , den du geliebt hast,

Da dein silbernes Haupt hin nach dem Sarge schon sank.

Sieh, da blickt er dir nach, wo du wohnst in den Hütten des Friedens,Wie , da du lebtest, zum Tag deiner Umarmung , und weint!

Ja! wir haben geweint! Statt des stehen ein trauriger AbendDampfte der Saiten Ton, hemmte den Jubel des Horns,

Da uns kund ward: Bvdmer ist todt!—Der Becher, zum KreisenSchon gehoben , sank in der erschütterten Hand!

Ä* Du weist es! Wir eilten hinweg! — In der einsamen KammerSassen wir, Hand in Hand ; schwiegen und senkten den Blick.

Endlich drücktest d» mich ans Herz: — »So plötzlich! Und heute!

» Ach! wir wellten uns freun ! Und da sind Thränen des Lieds !

» O daß Wahrheit wurde die Ahndung deines Gesanges:

» Wenn ich komme, so ruht Bvdmer im heiligen Grab!«—

Und ich gelobt' es : Ich walle zum Grab! Und halten will ich es XWallen will ich , und still trocknen die Augen , und gehn!

O was wäre sein Handdruck gewesen ! Sey es von seinemHügel ein Blümchen nun l Meine Reliquie dieß!