a müthsbewegungen lehren itn Zaum halten , oder sonstz- zur Koniligkeit des Lebens was können beytragen,» verdienen bey nur nit den Namen der Wissenschaften.M Wann sie den Menschen nit in den Gesprächen Vernunft„ tig, in Dem. Umgang höflich und dienstbar , in den„ Geschäften vorsichtig, in den Widerwärtigkeiten groß-„ müthig, und sittsam in dem Wohlstand machen, soM dünken sie mich nichts anders als ein eitel Hirngespinst/ai und , damit ich mir dem weisen Salomon rede, eine„ Derzchrung des Geistes zu seyn. Borates hat ohne» Zweifel darum den Namen des Weisesten verdienet,» daß er die Weltwcisheit , welche bey den unermcßli-chcn Sternen herumgeirret, und an eitelen Muth-masungen sich vergnüget , widrum auf die Erde und„ in den menschlichen Umgang gebracht z daß er nit so-- sehr gesucht, den Menschen gelehrt, als aber gut und„ tugendfam zu machen. So schon nun dieses Dorha-„ ben ist , so schwer ist es auch. Wer den Menschen» tarnen Hernen will, muß bey sich selbst den Anfang» machen „ und ohne Erröthen seine eigene Schwachhei-tcn unpawtheyisch ansehen. Er muß der verderblichen» Eigenlielhe kein Gehör geben z sich den Glanz der Tu-gend , wo sie an andern hervorleuchtet, nicht lassen in*> seinen AugeN wehe thun; was löblich ist, sollte manes schon bey seinem abgesagten Feinde antreffen, rüh-
* men ; was aber strafbar ist verdammen , wenn er ess, schon in feinem eignen Busen finden wurde. Wie
* schwer dieses seye ist leicht zu erachten. Wenn aber*, jemand dazu gelangt , so kann man ihn, mit bessernt*> Recht als vor diesem den römischen Kaiser Titum,De-*> licias generis humani nennen. Ein solcher besitzet die„ wahre Gemüthsruhe ; er hat das köstliche nil admirari >« und siehet alle Sachen in ihrer wahren Beschaffenheit:-- Er verwundert sich nicht , daß der junge seinen stur-
Schw. Mus. Seprcrrrb. l?8g. H