Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
JPEG-Download
 

,j peaux genannt. — Daß der Reim bisweilen auch zuM guten Gedanken Anlaß geben könne, und sich dieß aus„ Hübner *) mit mehr als hu ndert Exempeln bewelsen„ ließe, rede eher wider denselben, da man dergestalt„ dem Hazard mehr Geschicke als der Kunst und Jma--„ gination des Poeten zuschreibe. Führe man ihm Opry,» Canttz und Besser an, so frage er nur: Verzweifle,„ daß sie nicht gezwungen gewesen, viel schöne Reden„ aussen zu lassen,' die sich nicht reimen wollen: Nichts„ beweise es besser als gereimte Uebersetzungen. Neben„ dem wäre das Joch der Italiänischen und Französin» schen Reimen noch nicht so schwer als der Deutschen;» weil jene Sprachen voll davon seyn, da hingegen in„ der unsrigen ein grosser Theil der Wörter ihre eigene» Termination habe, die sich zu, keinem andern Wort» reimet. In langen Versen, und wo männliche und» weibliche Reimen mit einander abwechseln, verliere sich» der Toon des ersten Reimes, ehe noch der andre nach-» kömmt; und hinwieder in kurzen, wo sie nahe auf ei*» nandcr folgen , betäuben sie das Gehör mehr als sie,, es ergetztcn: Das Gemüth habe vor denselben nicht» Zeit die Gedanken zu begreifen; die Reimen überfal*„ len es, und ermüden seine Aufmerksamkeit, u. s. f.»Am End überläßt er es den Dichtern: »Ob sie nun» lieber die Vernunft oder die Reimen ans ihren Ver«» sen verweisen wollen; Er wenigstens wolle lieber sein» Gemüth mit Gedanken, als die Ohren mit einer süß» sen Melodie (wenn je der Reim eine solche gewähren», sollte) ergetzen. Freylich stehe zu fürchten, daß wenn» diese Verwart früher oder spater Banquerout machte,» solches zugleich den Ruin des größten Theils der Dich*» ter nach sich ziehen würde, die sich bisher derselben„ bedient haben, u. s. f.»— Man wird ohne mein Erim*) Anleitung zur Aeimkunst Lap. 4 §. X.IX.