220
Regeln gelehrt werde. Die Schilderungen eines Zorni-gen, und eines Trunkenbolds, »dessen Glieder abge-» spannt sind, und nur noch wie an einem Faden han-» gen „, u. s. f. sind meisterhaft.
In dem Blatt, welches nachwerts als Nro. VII.des zweyten Semesters erschien, und wider den Reimgerichtet ist, setzt sodmer den Satz. fest: Daß einzigdie reiche Dichtung und die Scansion die Poesie von derProse unterscheide. Mit den Alten, welche den Reimnicht gekannt, sagt er, wolle er nichts gegen denselbenbeweisen ; aber den von dem Herkommen dieser Vers-art bey verschiedenen neuern N.'tionen hergeholten Be-weis ihres Werths könne er eben so wenig anerkennen.Daß der Reim das Ohr angenehm kitzle, laugnet er,nach seinem Gefühl. Die größte Unvollkommenheit des-selben aber findet er darin: »Daß er die Gedanken hem-„ me, die besten Expreßionen entkräfte; an ihrer statt„ andre, schwache und närrische einführe», und nichtsbesser als ein Wortspiel sey. » Alle jene förchterliche Phra-» ses: Sonnenstreuen, sich mit Wunschpasteten spei-,, sen, Hoffnungg. Liebes - Seelen. Schranken, ein„ Hauß von Zucker-Rosen bauen, Blitz und Tod aus» braunen Augen saugen, und andre solche ungereimte» oder nnnöthige Metaphern (die er aus Hoffmanns.» waldau und Neukirch anführt) seyen einig Mißge-„ burten des Witzes. Amthor sage an einem Ort:
Die Mannheit Gothenburgs war itp gnug verschnitten.
» Ein spitziger Kopf, der gerne lachet, würde sa-» gen, daß der Poet diese schöne Operation gethan;
» aber ich bin sicher (heißt es) daß es der Reim gethan.—
„ Soileau habe jene andere Zeilen, die sich nach dem„ ersten Reim bequemen müssen, nach den Begleitern» derer Mönchen, die nicht Erlaubniß haben einzeln*> aus dem Closter zugehen, trefflich artig Freres-Lha,