Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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Ich bekenne, daß ich beym ersten Eintritt eine ArtFurcht fühlte. Ohngefahr zwölfhundert Männer , oh-ne Ordnung zusammen gehäuft , in einem engen , ton-vollen Schiffe, das ihre lärmenden Stimmen zurück-schallte ; der Vorsteher und der Rath im Mittelpunkt zu-sammen gepreßt, allwo sie von einem wühlerischen Hau-fen Mißvergnügter bedroht wurden , der nicht in Ord-nung zu halten war — alles vereinbarere sich, dieses Schau-spiel Leuthen, die nur ruhige Versammlungen, oder Strei-tigkeiten in Gerichtssälen, oder das Gewirre des Parterrekennen, recht fürchterlich zu machen. Die Engelander,die uns begleiteten, blieben langer, als ich , in Unge-wißheit , weil sie die Sprache nicht verstanden. Mir ge-lang es bald mit kühlerm Blut zu hören , und zu beob-achten ; und die anscheinende Disproportion, die in denReden und Figuren herrschte, war mir auffallend. Dereinfachcste, weder Vorwürfe noch Beleidigung in sichfastende Einwurf ward mit einer solchen Donnerstimmevorgebracht, und mit einem so übertriebnen Spiel derGcsichtszüge vergesellschaftet, daß einer, der die Wortenicht verstand, es für eine in Wuth der Rache ausge-stossene Drohung, die bald ins Werk gebracht werdenwürde, halten mußte.

Mau hatte zwo ganzer Stunden nöthig , um die Fra-ge zu entscheiden, die mit so viel mehr Hitze betriebenwurde, da eine fürchterliche Parthey gegen den Vorsteherund einen andern Herrn im Rath , die zu Gesandten desCantons waren ernennet worden, um zu Solothurn diePräliminarien zu unterzeichnen , aufstand , und behaup-tete : Dieselben hätten ihre Gewalt überschritten , die ih-nen nur unter gewissen Einschränkungen wäre ertheiletworden. Diese Gegenparthey wollte demnach haben,man brauchte sich nicht aufs neue zu versammeln; dennsie, war itzt die stärkere; die andere hingegen glaubte: