Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
JPEG-Download
 

Ja , man müßte eine neue Versammlung anstellen; denndie Sachen waren von gemugsamer Erheblichkeit, um dieStimmen des größten Theiles vom Canton zu erheben.Nach langem Streit ward endlich erkennt, man solltefolgenden Tags wieder zusammen kommen; und wir brach-ten darauf den Tag und die Nacht mit den Landleu-Ihm, die auf der Obrigkeit Seite standen , in lautemJubel zu. In der erwähnten Versammlung , so wie in-er folgenden , konnte ich die Weisheit und das uner-schütterliche Wesen, mit welchem der Vorsteher den An-fall aushielt, nicht genug bewundern ; noch die Geschick-lichkeit mit deren er die Gemüther lenkte; noch die Wür-de , die er allem, was zu seiner Rechtfertigung dienlichwar, beyzulegen wußte.

Nichts kann übrigens während der Zeit einer solchenkandesgemeinde gefährlicher seyn, als eben die Lageeiner Obrigkeitlichen Person, weicherm Verdachte steht,sie habe ihre Gewalt mißbraucht; oder eines Bürgers,dessen Uebergewicht man befürchtet. Ein solcher läuftGefahr, zur Stunde, mit aller der Uebercilung derenein aufgebrachtes Volk fähig ist , verurtheilt zu werden,und auf der Stelle der Wuth seiner Feinde unterzuliegen.Man hat hievon fürchterliche Beyspiele. Aber, um weineLeser nicht mit der Erzählung cinicher tragischer- Geschich-ten zu betrüben , so werde ich nur ein einziges ganz be-sonderes Beyspiel von dieser Eilprocedur anführen, wel-ches der Canton Zug gegeben. Ein Bauer verdunkellcseine Mitbürger durch einen disproportionirten Reich-thum , welcher , ohne seinen Genuß zu vermehren , ihmein für die öffentliche Freyheit nachtheiliges Uebergewichtgeben könnte. Die Landsgemeindei befahl ihm , ein I,-ventar seines Vermögens zu bringen : Man theilte das-selbe in zween Theile. Der eine blieb für ihn, undließ ihn so noch einen der reichsten Männer des Carl