Traktaten ut treten, so wird das Erstaunen noch höhersteigen — und man wird das Bild des allerseltsamstenpolitischen und moralischen Contraftes vor Augen haben,wovon uns die Geschichte jemals ein Beyspiel gegeben hat.
Die Berathschlagung ward mit einer Rede des Vor-stehers eröffnet, welcher mit edler Einfalt stückweise Re-chenschaft von dem ihm aufgetragenen Geschäfte und de-nen Beweggründen gab , die ihn vermocht hatten , denTraktat zu unterzeichnen. Drauf stand sein Mitgesand-ter in der nämlichen Absicht auf, und hielt eine bemer-kcnswerthe Rede voller Nachdruck und Starke; mit der-jenigen natürlichen Beredsamkeit, welche auch die ärmlich-ste Sprache zu benutzen weiß. Das verdorbene Glarner-deutsch bekam in seinem Munde eine ganz besondere An-muth. Auch that seine Rede eine spürbare Wirkung ; undich hatte zum erstenmale das Vergnügen, die verschiede-nen Schattirungen des Gefühles auf Physiognomien zuunterscheiden, die so offen waren, und deren Spiel nichtsim Wege stand. Der Vorsteher hatte überzeugt; seinGehülfe machte, daß man die Ueberzeugung lieb gewann.Bald vereinigten sich alle Stimmen, dem Betragen dieserobrigkeitlichen Personen ihren Beyfall zu geben.
Der Vorsteher trug darauf die Ratification an , dieder französische Botschafter zu Solothurn erwartete.Eine Sache von solcher Wichtigkeit mußte eigentlich durchdie Mehrheit der Stimmen entschieden werden; die ganzeVersammlung schrie aber, wie aus Einem Munde: Essey unnütz die Vota zu zahlen ; und sollte sich auch einLandmann finden, der nicht Frankreichs Freund wäre,so wäre es unnöthig , ihn zu kennen. Jtzt verdoppeltesich das Jauchzen mit einer solch herzlichen Freude, daßich mir nicht wenig zu gut darauf that, als ich die Ursa-che davon meinen englischen Gesellschaftern erklären muß-te. Auf der Stelle ward cin Sandesschreiben ausgeferti-Gchw. Mus. Sepremb. »78;» &