Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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Simplicität ist, wieder von einem gemeinen Landsmann ^gemacht ward. wenn die Gesetze, sagte dieser, gerechtsind, so sind Dispensatione« Gnadenerrheilungen;und Gnaden müssen nur unter Umstanden ertheiletwerden , wenn aus der Nichrbeodachlung der Gesetzeein grosser Vortheil erwachst; die Heyrath eines altenMannes nun ist kein solcher Umstand; daher verdientseine Bitte kein günstig Gehör; Er ist mehr als irgendJemand im Falle der Strenge des Gesetzes; undDlspenfationen in Ehesachen müssen für Lculhe auf-behalten werden, für welche eine verehelichung sichschickt. Ein allgemeiner Beyfall erhob sich itzt; man wiesdie beyden alten Männer ab , und beschloß, an derkünftigen Landsgemeinde ein Gesetz über diesen wichtigenGegenstand zu machen.

Auf diese Weise nahm die Versammlung ihr Ende,die mich ganzer neun Stunden lang ohne einen Augen-blick langer Weile unterhielt, und während welcher ichüber die Beurtheilungskraft, Kenntnisse und Characktcrder Einwohner democratischer Regierungen die befriedi-gendsten Bemerkungen anstellte. Es würde für einen de-rer Franzosen, die sich über die Unbiegsamkeit ihrer Spra-che beklagen , eine seltsame Sache seyn, wenn sie sehensollten, was aus der rauhesten und vcrdorbensten Mund-art Deutschlandes.wird, wenn Leuthe sie behandeln,die von einem lebhaften Gefühle dessen , was siesagen, hingerissen werden. Starke , und hinwiedersanft fliessendes Wesen , Trutz und Geschmeidigkeit, schei-nen ihr, eins ums andre, natürlich zu werden. Die Sprachebequemte sich imer nach den Befehlen der Leidenschaften.

Diese Landsgemeinde war wie wir oben bemerkt, so-wohl in Absicht ihres Gegenstandes, als in Ansehungder Zeit, da sie gehalten ward, eine ansserordentliche Ver-sammlung. Die ordentlichen sind von dreycrley Arten.