Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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fließt , und aus fast imperzeptible n Zügen in den Blickdes Beschauers fallen muß. Doch simultan oder nicht:Da hier auch die Succcßion einen Mittelpunkt hat/ inwelchem , wo nicht alle Bewegungen doch ihre Resultatezusammentreffen, so kann der Mahler diese als momen-tan versinnlichen/ und sie auf der Leinwand eben so be-stimmt und anschaulich darstellen als ich sie auf den- Kör-per selbst erblicken könnte ! wie aber dieses Endresul--tat aus mehreren Bewegungen in Eine geflossen und wiesie hervorgebracht seyen/ kann er mir unmöglich vorbil-den ; das Ahnden der Ursachen muß er nothwendig mei-nem Verstand/Und die Beschaulichkeit derselben meinerEinbildungskraft überlassen. — So nicht der Dichter/oder lieber, umgekehrt ! Die Bewegung selbst, wenig-stens ihre bestimmte, charakteristische Nüanze, erreichter nie durch Beschreibungen. Er kann sie nennen, durchDerglcichungen meiner Fantasie naher bringen, und dasAusmahlen derselben mir überlassen: wie und durchwelche Ursachen hingegen diese Bewegung bewurkt, die-ser, und nicht jener, körperliche und gcistigsinnliche Aus-druck hervorgebracht wurde, wird er meiner Fantasiebis zur Anschaulichkeit vorschildern, und ihr den schnel-lern oder langsamern Gang der thätigen Kräfte zwar sue-ccßif aber in handelnden Bildern vergegenwärtigen.

Bis hieher schon, glaube ich, darf dem Dichter derVorrang über den Mahler nicht abgestritten werden; unddoch war von dem eigentlichen Vorzug des ersteren nochkeine Siebe. Wir sprachen nur von einzelnen Ge-genständen; und nicht von ihrer wechselseitigen ver.bindung, welche mehrere zu einem Ganzen knüpft.Auch hierüber, mein Lieber! muß ich dir meine Gedankenmittheilen, und mir allenfalls zur Belehrung die deini-gen ausbitten. Laß dich die Zeit der Prüfung nichtdauren; am Ziel wird sichs zeigen, ob wirklich Mahle-