Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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2 Bu schlug das Her; Ihr erst, da er geflogen kam;

Im Angesicht der ganze» TafelrundeSie liebekühn in seine Arme »ahm,

Und — da sie glühend bald, bald blaß wie eine Büste,

Sich zwischen Lieb' und jüngferlichem GramIn seinen Armen wand — sie auf die Lippen küßte.

Obere», V. Ges. St. 40.

Diese Stanze schildert mir freylich viel das nichthichcr gehört, und ich doch so gerne lese, weil meineFantasie das wahrste Gemählde daraus gruppieren kann.Indessen möcht ich den Mahler sehen, der mir in dieArme eines Jünglings ein Mädchen hinmahlte, und sohinmahlte, daß mir aus dessen Gesicht nicht blos Be-stürzung und Liebe, sondern schwellende — und im Auf-schwellen gedämpfte Freude — sondern mit dem Ausdruckder Bläße und des Erörthens auch den Kampf zwischenHinwallen und Schaam, anschaulich und unverkennbarentgegenstrahlten?

Sollte übrigens die Bewegung oder der Ausdruck aufder Oberflache des Körpers, beyde, die Folge einerkörperlichen Kraft und das Symbol einer oder mehrerergeistigen Kräfte zugleich andeuten und versinnlichen, waskann der Mahler, was muß der Dichter thun, wennsie diese Mischung für Aug oder Fantasie nachbil-den wollen ? Um nicht ewig zu wiederhohlen, sey vor-ausgesetzt, daß die Bewegungen eines solchen Körpersentweder simultan oder succeßif seyn werden wie oben;daß bey den ersten der Mahler, bey den zwoten derDichter leichter zu Gange kömmt oder des bezweckten.Eindrucks auf mich nicht verfehlt, und daß überdieß derMahler gerade in solchen Fällen die feinsten Geheimnisseseiner Kunst ins hellste Licht zu setzen aufgefordert wird,in denen die Mischung von Andeutung geistiger Kräfte undvon körperlicher Würkung unmerklich in Eins zusammen