A n d i e Sonne.
Morgengesang eines Wandrers nach der Schweitz.
Aeil dir, du Himmelsköniginn !
Ich grüsse dich mir freyem Siun.
Dein allbelebend Lächeln schafftMir neuen Muth und Lebenssaft.
Die Erde schläft — Da weckest duSie schwesterlich aus ihrer Ruh;
Trittst stralend in ihr Schlafgcmach ,
Und küssest liebevoll sie wach.
Du fassest sie mit sanfter Hand ,
Und hüllst ihr um dein Goldgewand;
Tauchst deines Stralcnkleidcs SaumIn grüner Wellen weissen Schaum.
Da wallst du hin durch Berg und Au ,
Au Blum' und Gras', am Tröpfchen Thau;
Wiegst dich an jedes Baumes Reis,
Auf Früchten purpurroth und weiß.
Du siehst so fteundlich und so frohAufs kleine Haus, aufs Dach von Stroh,
Und winkst nach kurzem RuhgenußDem wachen Landmann Morgengruß.
Den Fremdling und den Wandersmann,
Auch diesen sieh' mit Liebe an. —
So schone denn, Allgütige!
Auch mein von deiner Feuerhöh':
So halte nicht der Schenkel LaufDurch bleyerne Ermüdung auf;
Es sehnt mein Herz sich, sonder Ruh,
Dem freyen Völkchen Gottes zu.
Ach trockne nicht durch mein GebeinDer Lebenskräfte Urquell ein ;
Auf daß ich noch dem braven MannVom Völkchen Gottes singen kann.
F. <B. M-tzewski.