ant» zefühlbos, nur d-cnn zu weinen möglich adte, wenn zewaltsamUnterdrückte s «achen ihr die Thränen auspresset.
Diesen Vocwurf suchet einer von Sulzers jünger» Freunden vonunserm Jawrhrndert abzuwälzen, und fein Andenken, das in diesenEgoistischen Zeiten schon zu welken drohet, wieder zu erfrischen.
Es wii d nemlich der Herr D. Rode, Director der hiesigenMahler-umd Zeichner-Akademie, ein s — 9 Fuß hohes und verhält-nißmäßig breites , an einem öffentlichen Ort auszustellendes Gemähl-de perfertiKen. Dieses Gemählde stellet eine simple historische Alle-gorie auf Sulzern vor, bey welchem man vorzüglich auf das Mah-lerische sieh«t, um von einem der grössestcn Historien-Makler, des-sen sich Deutschland rühmen kann, ein Gemählde zu erhalten, dasseines Ruhmes würdig ist. Dieses Gemählde wird der geschickteHerr Daniel Beraer mit seinen, vcsten, reinen und mahlerische»Grabstichel vervielfältigen, und zwar in der Größe von 1 1/2 FußLänge und 1 1/4 Breite, das Blatt zu Einen halben alten Louis-d'vr — wenn ncmlich sich so viel Subscribente« dazu melden, daßman sicher ist, nicht vergebens gearbeitet zu haben.
Zum Behuf dieser Unternehmung will man einen mäßigen BandGnlzerscher theils noch ungedruckter, theils kleiner zerstreueter Schrif-ten mit einigen Beylagen drucken lassen , und an diejenigeu ablie-fern , die mit 1 Rtchlr. und 12 Gr. darauf pränumeriren. Diehineinkommende Stücke werden seyn i. interessante Briefe von Sul-zer an seinen Freund Dodmer; -. ein Aussatz über die KochiscbrSchausbnhne; z. verschiedene kleine schon gedruckte, aber zerstreuet«Aufsätze. Diesen wird man, wenn es der Raum gestattet, Nach-richten anhange» von seiner letzten Krankheit, und Anmerkungenüber seinen Character und Grundsätze der öffentlichen Erziehung.
Zu diesem Buch wird der berühmte Herr Daniel Lhodowieckteinige Kupfer: und der in Antiken vorzüglich geschickte Herr 3. tP.lNeil aus Lippcrts Pasten einige schöne Antiken zeichnen und stechen.Das Buch selbst wird auf schönes Schweizerpapier mit schönen Let-tern und geschmackvoll abgedruckt werden.
Die Nachrichten von Sulzers Grundsätzen, die öffentliche Er-ziehung betreffend, und die Anmerkungen über seinen Character nö-thigen mich von mir selbst zu sprechen. Auf Seinen Vorschlag binich durch eine Eabinets - Ordre vom gissen Der. 176/. von Sr.Majestät dem Könige als Professor der Philosophie und Geschichtebenm Königlichen Joachimthalischcn Gymnasium angesetzet worden.Von den, zweyten Tag meines Aufenthaltes in Berlin, vom zcstenLct. des genannten Jahres bis an seinen Tod bin ich wöchentlich,täglich, und in seiner Krankheit stündlich um ihn gewesen ; er hat«sich auch , vorzüglich in dieser Krankheit eines uneingeschränkten Zu-trauens gewürdigel. Wenn mir also, was man Beobachtungsgeistnennet, nicht gänzlich fehlet, so muß ich diesen in vieler Absicht merk-würdigen Mann genauer kennen, als ihn die mehrestm kennen konn-ten , die mit ihm umgegangen. Ich verspreche aber keine ausführ-liche Lebensbeschreibmig; eine Arbeit, die nach der vortrcslichcn Aus-stihrung Hirzels an Gleim so wohl überflüßig als mißlich wäre.Ich will nur dasjenige erzählen, was mir bey einem zwölfjährigenslmgang vorzüglich aufgefallen, was sein Genie, seine Denkungsart.seinen Character unterscheidet und mir vor andern, wichtig scheint.
Da ich den dieser Veranstaltung nichts bin, als ein Werkzeugsptirch welches das eingekommene Geld auf die oben angezeigte Weise