Summen , die innert wenig Jahren in die Schweitz floftscn , machten theils nur einzele Häuser , welche reicherseyn wollten als ihre Stande, fett und übermüthig ;theils wurden sie von dem gemeinen Mann in kurzer Zeit,unter Schwelgen und Ausschweifungen aufgezerrt. Diesessind die Geburtsjahre der Sittenmandate, die durch ihrDaseyn von einem Uebermaaß des Verderbens , durchihre Hurtigkeit von dem Unvermögen des Gesetzgebers,und durch ihre Wiederholung von seiner Verzweifelungzeugen. Die Städte besonders machten bald alle Wochensolche Verordnungen gegen „ offene Laster „ ; gegen Wu-cher und Müßiggang, Schwören und kurze Röcke, Tan-zen und Spiel; geboten uralte Treu,Keuschheit, Zucht,oder wollten durch Creutzgange sich selber berücken,und die Gottheit versöhnen. Zu Bern wurde gareinmal über den guten Einfall einer solchen TngendsatzungFreude geläutet , und bald hernach aus einem öffentli-Bordcl ein Schulhaus gemacht.
Nicht selten eiferten in den Rathsversammlungen undauf den Tagsatzungen Leuthe gegen könftiges Reisgeläuf,welche die Miethe des Vergangenen noch in der Fiecketrugen. Denn Rathsherren und Zunftmeister waren diegewöhnliche Hauptleuthe, welche ihre Mitbürger undZünfter , Vögte und Beamtete die Werber, welche ihreAngehörige aus dem Land geführt , begleitet, auf demWeg alles Ansehen über sie eingebüßt, und zu Haus niewieder gefunden haben. So waren die Uebertrcter desGesetzes zu zahlreich, ihre Freunde zu mächtig , die Rich-ter uneinig, und meistens Partey. Der LandammannRcding nennte die Kriegsdienste ein Loch, welches mandem Volk nicht versperren müsse. Die Fremden übersetz-ten diese goldene Maxime in ein Sprüchwort : KeinGeld, kein Schweißer! „ —Daseintemal erkannten dieStände gegen die herrschenden Mißbrauche gemeinschafft-