Dienstboten lange; es kostet sie nicht viel mehr Zeit, undgewiß minder Verdruß, solche an ihnen zu verbeßenr,als sie auszuschelten oder auszusagen. Hinwieder beloh-nen sie ihre Geflißenheit mit ausdrüklichem Beyfall nndanständigem Zutrauen ; behalten und verpflegen sie inkranken Tagen; derselben Eltern, Gcschwisterte, Lands-kraft, sind ihnen nie unwillkommen. Dafür aber horchtauch dieses zufriedene Gesind auf den Augenwink seinerGebieter; oder vielmehr das meiste ist geschickt und un-bemerkt ausgerichtet, noch ehe es befohlen wird : Dennsie kennen ihre Herrschaft aus dem Grund, und mißbrau-chen ihre Kentniß nie. Was konnten sie dabey gewin-nen ? — Ehe ich weiter in meiner Schilderung fortfahre,mnß ich uur noch einmal erinnern , das ich hier keinIdeal — auch nicht ein Muster zur vollzähligen Nachatstmung, sonder lediglich ein Gemählde nach der Naturaufstelle. Bonhomie ist der Hauptzug unsers lieben Ehe-paars. Aus diesem Fond ihres Charackters folgt, wirhaben es gesehen, freylich viel Treffliches; denn waskönnte z. B. trefflicher seyn, als ihre Grundsätze wegender Dienstboten ? Aber hinwieder auch viel Schwaches,Schielendes , und sogar das eint und andre Schlimme.Wir können von bey^n bald Beyspiele sehen, und meinErito w'.rd solche mit mäßiger Aufmerksamkeit wohl zuunterscheiden wißey. Laßt uns z. E. einen Blick in ihrErziehungssystem thun. Ihre fünf Kinder find wirk-lich wie die liebe Stunde : An inniger Anhänglichkeitan ihre Eltern, c,n Dicnstfertigkeit unter einander, anGefälligkeit und Bescheidenheit gegen alle Hausgenoßenhaben sie nicht Ihresgleichen. Auch giebt ihnen Niemandnur nicht eine sau re Miene oder ein böses Wort: DonSchlagen, von Euffperren, Aushängern oder andernBeraubungen, ist ,,ur keine Rede. Ob sie nie keine der-lcy Cur vonnöthen hätten, ist eine andre Frage? Wahr
Schliessen