Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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Daß Du die Hand des Herrn mit gelaßencm Geiste er-tragest, daran zweifle ich nicht : Aber wenn ich an dieFreunde gedenke, die im der Nahe und Ferne weit undbreit zerstreuet sind, uwd an alle die Kirchen Gottes —und was für einen Eindruck die Krankheit oder der Todeines ihnen so wichtigen Mannes auf sie machen wür-de — Dann kann ich mich des ^Leinens nicht enthalten.Ich nehme aber meine Zuflucht zum Gebete für deineErhaltung; dieß ist die einzige Freystatte für Bedrängte ?Unterließen weist uns beyde unser gleich hohes Alter zumZiele der Ewigkeit hin ; denn auch ich habe einen so aus-gemergelten Körper, daß der Tod kaum etwas an ihmzu andern finden wird. Ich halte mich schon lange aufihn gefaßt, und will ihn nicht wie einen Feind, son-dern mit Gottes Hülfe wie einen höchstwillkommnenGast empfangen. Oder, sollte uns wohl noch der Todschrecken, den Christus durch seinen Tod gcheiliger hat?Der unser Weg zum Himmlischen Vater ist ? Den alleRedlichen so oft anrufen, um durch ihn von der Dienst-barkeit des Satans, der Welt, und des Fleisches, be-freyt zu werden? Wir wollen also unerschrocken den Wegalles Fleisches betreten, und ruhig und freudig die Wie-derherstellung unsrer und der ganzen verdorbenen Naturan jenem großen Tag des Herrn erwarten. Nimm die-ses an als die Bezeugung meines letzten Willens, undals das Pfand des immerwährenden Andenkens an Dei-ne Liebe gegen mir, und meiner Hochachtung gegen Dir.Ich werde um so viel freudiger aus dieser Welt abschei-den , weil ich sicher glaube, unsre Bekanntschaft undFreundschaft , die hienieden sehr kurz , aber höchstangenehm war, werde in jenem seligern Zustande ewigdauern. Lebe also wohl, dreymal seliger Knecht Gottes!und genieße, auf deines Herrn Geheiß , die Krone, diedir für deine Arbeit im Himmel beygelegt ist.