Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
JPEG-Download
 

mystischen Arcana forschet?. In Zürch gab man ihmStunden, in der Mathematik zu unterrichten, und zu-letzt die Prcdigerstelle zu St. Jakob an der Sihl. DasBürgerrecht ward ihm gegeben, womit man nicht frey-gabig war. Seine Predigten hatten eine Slärke des In-haltes und der Beredsamkeit, welche andern Predigernnicht gewöhnlich war, und die ihm den Beyfall undRuhm von Vornehmen und Gemeinen erwarb, aberauch die Eifersucht der Geistlichen vom ersten Rang cr-wcckete. Die Lehre von der Gratia universali war vonfeinen Lieblingsideen, die er mit der Anstrengung seinesGeistes und seines Fleisses durchgedacht hatte. An die-ser Seite fanden seine Mißgünstigen gut ihn anzufassen.Sie redeten ihm alles übel nach wegen einer Predigt,die er im Nov. 1659. über Joh. III. gehalten, in wel-cher er gesagt: Dem Heiland sey die Weltsucht so garzuwider, das er zum drittenmal gesagt: weit, Welt,Welt. Durch die Welt meine er Menschen ; nicht nurdie im Licht, nicht nur die Auserwahlten (einen gerin-gen Theil!) mit Ausschliessung des grossen Theils.

Im Julius 1660 , stand er im Markt bey einem frem-den Buchführer, wo des Chorherr Fäsis Sohn ihm er-zählte , Herr Dr. Heidegger schreibe über die Frage:Ob Jesus Christus für alle Menschen gelitten habe?Zink sagte: »Was darfs viel des Schreibens? Bleiben„ wir bey dem, wie unsere erleuchtete Vorfahren der Kir-» che von Zürich sich wohl und gründlich erklärt haben.» Ihrer Meinung bin ich, daß Christus die Versöhnung» für unsere Sünden sey; nicht allein die unsern, son-» dern der Welt. Waren wir dabey geblieben, so hat-» ten wir den unversöhnlichen Streit mit den Luthera-» nern nicht vermehret». Unter diesen Reden warennoch drey Exspecktanten zu ihnen gekommen, derer Einerihm die Stelle Joh. X VII. 9. vorwarf: Ich bitte nicht