Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
JPEG-Download
 

465

mm zum Schild anhangt, mair bey näherer Untersu-chung , Zehen gegen Eins gesetzt, finden wird, daß seinNaisonement hinkt, und er dir etwas aufbinden will,das er freylich selber gern glauben wollte, wovon er aberdoch um der allmächtigen Kraft der Wahrheit willen nichtrecht überzeugt ist. Und möcht' ich solchen Herren undFrauen allemal aus meinem Catechismus zurufen : —„ Du sollst » oder, wenn es Standspersonen betrift ,„ Sie sollen den Namen des Herrn Ihres Gottes nicht„ so ohne Nutz , üppiglich , und leichtfertig nennen „!— Doch dieses nur im Vorbcygang gesagt. Was nungedachtes sauberes Raisoncment selbst anbetrift, so istja zwischen Abneigung und Gleichgültigkeit, zwischennicht lieben und hassen, in Philosophia ein bekanntlichgrosser Unterscheid. Ob aber diese Distinktion in der De-rathschlagung beym Heurathen etwas tauge, ist eine an-dre Frage. Nehm ich eine Person zur Frau, die ich hasse,so ist mir die Hölle auf Erde per se eingcheitzt, wenn ichnicht selber ein böser Geist — und ich erwarte nichtsbessers , wenn ich nicht ein imbeciler Tropf bin: Heurath'ich eine, für die ich just — dieses just und in GottesNamen sind Synonima — für die ich also just wederNeigung noch Abneigung hegen kann , oder die ich garnicht kenne, so ist noch nichts verschroten, und kan mirdie Hölle einer übelausgeschlagnen Ehe doch noch werden:Wenigstens spiel ich ein Hazardspiel, welches in Absichtauf seine unverantwortliche Thorheit , und capitaleSträflichkeit, mit allen denen , welche jemals ein unver-besserlicher Spieler erdacht, oder ein Sittenmandat verbo-ten hat , nur in keine Vergleichung kömmt. — Daß hieund da eine Ehe wohl ausschlagt, welche nicht durch dieLiebe gestiftet worden, ist eben so wenig zu laugnen, alsdaß es in dem Lotto von Manheim WunderglücklicheTreffer giebt: Aber ein Narr ist doch ein jeder, der sein