Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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zu künftiger Belechrung jede historische Nachricht, ver-siegelt- ganz ohne Gefahr, kann niedergelegt werden. Inmimischen Spielen wurden bey den römischen Leichbe-gangnißen die Handlungen der Verstorbnen feyerlich zurSchau dargestellt. Und wer weiß nicht von jenem To,desgcrichte, welchem die ägyptische Könige nach ihremHinscherd unterworfen gewesen? Ohne Zweifel baß man-cher , welcher sich über kriechende Zeitgenoßen hinaussetzt,immer noch durch Furcht vor dem Tadel unparteyischerNachwelt einigcrmaaßen von Ausschweifungen kann abge-schreckt werden. Einem solchen Todtcngerichte gleicht dieHistorie. In schwesterlicher Verbindung mit Gerechtigkeitund Wahrheit, spricht sie über jeden das Urtheil, nie-mand zu lieb noch zu leid ; dem Großen wie dem Klei-nen, dem Fremden wie dem Einheimischen, ohne Scho-nung für Namen oder Geschlechter. Wer im Ernste fürsich oder die Deinigen auch nur die geringste Schonungverlangt, der würde solches, wenn es in seiner Gewaltwär', in ähnlichen.Fällen von der Justiz selber wie vonder Historie verlangen. Werden Bösen schont, der schadetden Guten. Erhöhet wird das Lob der Letzter» , durchBeschämung der Erster». Zum Beyspiel dienen sie bey-de ; zur Nachahmung des Guten die Einen, zur Ver-meidung des Bösen die Andern. Als Pendant müßenneben den Cicero und Brutus die Katilina und Cäsar,neben Zwingst und Luther die pabstliche Hicrarchcn, undauch in den heiligen Büchern die Abels neben denKains, die Herodes neben den Johannes erscheinen ;überall, wie vor dem jungen Herkul das Bild der Wol-lust neben dem Bild der Heldcntugcnd , so auch Rechtund Unrecht, Barbarey und Aufklärung, Freyheit undKnechtschaft, neben einander. — Wenn aus der wirk-lichen Welt der Schöpfer weder die Nero noch dieCasar Borgia, weder die Gregor VII. noch die Demi-