Band 
Schweitzersches Museum. 1783.
Entstehung
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sich, und hiernächst diese Person gründlich kennen.Daß dieses, in einem vernünftigen Sinn , auch vor dexEhe 99. Mal unter 100. gar wohl möglich sey , werdenwir nun bald sehen. Ohne solche Kenntniß ist alle Liebeblind, und folglich die sich auf sie gründende Ehe aber-mals ein Spiel. Und dieses , Eriks ! ist eine neue wich-tige Wahrheit, die ich dir mit allem möglichen Nachdruckaas Her; legen möchte; da ihre Geringschätzung schonso manchem uns schätzbaren Jüngling , und so manchemguten Mädchen in unsrer Mitte für die ich itzt noch Blutweinen möchte , das Glück ihres Lebens gekostet hat!

XIII. Ich gebe Dir also, (und, das versteht sich alle-mal , auch Deinen Freunden , und Euern liebenswürdi-gen Schwestern, deren Wohlfarth Euch und mir eben so-wohl als die Eurige angelegen seyn soll) vor allem ausfolgende allgemeine Regel, die gewiß ziemlich weil reicht:— Besitzt eine Person , die Ihr Euch etwa in Gedanken,und zwar noch ganz entfernt, als Euern sonstigen Gat-ten oder Gattin, vorstellen möchtet, .stattkündig ( wel-ches an kleinen Orten kein Vorwurf ist j alle Hauptei-genschaften einer guten Frau , oder eines rechtschaffnenMannes ; und sie gefällt Euch dann in . ihrem ganzenWesen , in allem ihrem Thun und Lassen; so deß einegeheime angenehme Empfindung auch bey ihrer, unbe-merktesten Handlungen , Reden , Gebchrden, Euch Bey-fall abnöthigt, und schon die Erwähnung ihres Na-mens Eure Aufmerksamkeit anzieht; so scheint sie — undihr braucht diesen Wink, der freylich öfters trügen kann,eben nicht mit stoischer Gewalt zurückzustoßen — sie scheint,sag' ich, ein Gegenstand zu seyn , dessen physisch: undsittliche Eigenschaften mit den Eurigen von Natu: undErziehung harmonisch gestimmt sind. Aber nun —wch ist«s sicherlich Zeit — sent auf Eurer Hut, daß nicht in ei-nem unverwahrten Augenblicke, Affekt und Leidenchaft