auf Reuchlin, und hesvnders auf Erasmus zu sprechen,der den erstern bey dem H. Vater empfohlen hatte/ undnennt diese zwey edeln Männer die beyden Lichter vonDeutschland 86)/ die man nicht genung ehren könne,da sie zuerst ihr rohes Volk aufgeklärt. Ueberhaupt meintHütten: Des fürtreflichen «tapnio's Sachen stühnden amRömischen Hofe nicht übel; das Alpha der Theologaster/Hogstrarcn, habe viel Geld umsonst ausgegeben/ unddieser ehemals so freche und allen guten Menschen über.lästige Mann lasse mit eins die Ohren hängen.
§• 7 »
Bald darauf that Hütten — vielleicht aus Ncugierde,wie die Murtcmbcrgischen Sachen stühnden, auf kurzeZeit einen Sprung nach Deutschland zurück. Denn un-term 24. Okt. schrieb er aus Lvorms, mitten unter demGeräusche einer Wirthstafcl, an Erasmus einen Brief— wie sonst selten einer am Pult geschrieben wird 87)/in welchem er den grossen Desidcrius: DeutschlandsSokrates , und sich selbst dessen Alcibiades nennt, dernichts Besseres wünsche, als sein treuer Ritter zu seyn,ihm auf den Wink zu gehorchen, und zu seinen FüssenGriechisch zu lernen. Das würd' er nicht allein allemHofleben, sondern selbst seiner neuen 88) Reise nach Romvorziehn. War's nach seinem Sinne gegangen, so hätt'er Erasurus überall, vielleicht sogar nach England be.gleitet, und kurz etliche Jahre bey ihm-zugebracht. Aberdie Großmuth seiner Familie, (denn Großmuth nenntensie ihren Eigensinn, freylich mit ihrem Geld, aber wi-der seinen Willen, einen Gcsetzesmann aus ihm zu ma-chen,) diese ihm unwillkommene Freygebigkeit der Scini«gen, habe den ganzen schönen Entwurf unter über sich ge-kehrt. Und so gar wären die Götter über ihn erzörnt, daßer nicht einmal seine Reisegefärthen habe bereden können,