Band 
Schweitzersches Museum. 1789. Fünfter Jahrgang. [7-12. Heft.]
Entstehung
JPEG-Download
 

790

„und die Sprache der Ueberzeugung in künstlichen Wen.„düngen sucht».

Er zeiget hierauf, wie alles Natürliche die Saiten dermenschlichen Seele, Verstand und Vernunft harmonischstimme; alles Uebertriebene und Uebernatürliche, zur Be«wunderung zwar Hinreiste, aber keine bleibende Eindrückezurücklasse, weil es nicht harmonisch ist. — Daß die Na,tur der kennen lerne, der fle studiere. »Aber empfindsa,»me Seelen,,, fahrt er fort, »studieren nicht; sie haben„durch Geistes«Unthätigkeit eine Richtung der Seele er.«langt, die in all' ihrem Thun und Lassen kcummlinicht„fortläuft. Die Fibern ihrer Einbildungskraft geben, bet)»jedem noch so einfältigen Natur-Austritt, affectirte, ver,„worrene Töne von sich. Die Nachtigall im schattich-»ten dunkeln Wald wird eine Göttinn, wenn ihre Kehle»dem müden Laudmann das Abendlieb singt. Der blasse»zitternde Mond, wenn er dem Auge des Empfindsamen»begegnet, entlockt ihm Thränen. Wenn der Mensch,„der Herr der Erde, der Geschaffene nach dem Bilde»Gottes, doch auch seine Würde kenucn lernte, und ein,„herträte mit dem Schritt des Weisen, und dem Blick»des SohneS der Gottheit; wenn er doch auch fühlte,„wer er ist, und voo er ist, und die um ihn liegenden»Gegenstände mässe mir dem Maasse des Weltschöpfers,»das ruhige Weisheit ist! Wenn er doch auch einmal„einsehen lernte, daß das Bild der Weisheit Gottes„Macht und Anspruch hat, sich da ruhig zu verweilen,„woran Gott sieben Tage lang schnff, und ruhete, und»sich freute über dem das er geschaffen hatte,,!

Zum Theil, und zwar etwas verändert, findet sich einAuszug aus dieser Rede ebenfalls in der Schrift: FürGott, Menschheit, u. s. w. im XVIII. Stück.

Ich verlast? diesen Gegenstand, da ich noch von einemandern Aufsätze reden mnß, der uns zeigt, welch ein