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Schweitzersches Museum. 1789. Fünfter Jahrgang. [7-12. Heft.]
Entstehung
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und Unschuld in der Hofluft fast immer. Da gebe es diemeisten Affen unter der Sonne. Endlich sey auch dieDürftigkeit an den Höfen ein verführerisch Ding, ver.derbe oft das beßte Naturell , lasse den Mann nie mit sichselbst Eins seyn; mache ihn zum Verräthcr, nach Neue-rungen begierig, und ihm alles ums Geld feil. An sol-che Personen müsse sich wenden, wer eine unverdiente Gunstbey den Fürsten erhalten wolle, so wie der, welcher eineStadt belagert, ihre am schlechtesten besetzte Seite anzu-greifen pflegt, u. s. f. — Uebrigens breche Hofiusl, wiejeder andre Wind, nicht selten in Sturm aus, und richtedenjenigen zu Grund der sich ins Schiff gewagt; habedoch bekanntlich Pracht - Ehr, und Geldgeitz schon so man-chen — bis aufs Schaffst gebracht 246). Dann kömmtMlfau! auf die wetterwendische Launen der Grossen, aufihre unbegründete Zu- und Abneigungen, auf ihren ewi-gen Argwohn, auf das plötzlich einbrechende Ungewilterihres Zorns zu sprechen, daS sich bisweilen Sachen wegenentzünde, die keines Haars, keiner gelöcherten Haselnußwerth seyn. Und kurz, die Herren spielten oft um Narrns-posse» willen ganze Tragoedien 247), und wären beson.ders so Hecklichter Natur, daß man ihre gefährlichsten Gr,schwüre nicht einmal anrühren dürfe. Hatten sie etwa gareine artige Frau oder Tochter — Potztausend- wie mansich da tn Acht nehmen müsse, an ein solches Ding nichtnur nicht das Herz zu hängen, sondern gleich sorgfältigzu vermeiden, daß eS das scinige nicht an uns hängt! —Nun sängt Castus endlich zu begreifen au, daß er seinVorhaben aufgeben, und den Beruf eiueü Aczls, eineSSoldaten, eines Schulmeisters, eines Bauers, kurz, alleseher als das Hosieben ergreifen müsse, wenn er andersunabhängig und sich selber leben wolle. Itzt aber möchteer noch von seinem Freund wissen, wie denn Er in daSLabyrinth der Höfe gerathen sey, vor welchem er nun