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Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
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Grad der Vollkommenheit gebracht hatte - und ich habemich oft darüber verwundert, daß ein emsiges Volk sichin diesem Fach allein nicht höher geschwungen habe.

Auffallend muß einem jeden Fremden seyn , daß imganzen Lande kein einziges Stück Boden weder mit Ze-henden noch mit ewigen Zinsen beschweret, noch dem so-genannten Eheschatz unterworfen sey : Daß weder vonfremden noch einheimischen Waaren keinerley Zoll oderandre Abgabe muß entrichtet werden; und eben so daßdas Volk sich alle Gattung von Jnnungsmißbrauchen undBeschwerden ganz von dem Nacken geschüttet hal, so daßeiner zwey , drey und mehr Handwerke auf einmal trei-ben kann. Auch wenn ein Landmann ausser Lands zuVerrichtung seiner Nothdurft einen geschicktern oder wohl-feilern Handwerksmann als bey Hause findet, darf erihn herrufen und brauchen. Dieses muß nothwendigden Fleiß aufmuntern, zieht aber auch oft den Nachtheilnach sich,daß es an den nöthigen Handwerkern mangelt,und daß das Volk hauptsächlich sich auf die Manufaktu-ren verlegen muß; ich sage muß : Denn das Land ist sostark bevölkert, daß der Boden unmöglich das nothwen-dige zur Nahrung seiner Einwohner darreichen könnte.Sie müssen sich also mittelst ihren Fabricken und Handel-schaften das nöthige Geld anschaffen, um ihre Lebens-bedürfnisse aus der Nachbarschaft herzubringen. DieserReichthum an Geld ist real so lange man dafür in derNachbarschaft genug von Lcbensmitteln findet; so-bald aber der Nachbar selbst Mangel an seinen nöthig-sten Bedürfnissen leidet, so muß ein solches Volk hart er-fahren , daß Gold und Silber am Ende doch nur eineingebildeter Reichthum ist. Ich habe mir auch erzählenlassen , daß die Appenzeller diesen meinen Satz in derTheurung von 1770. und 1771. stark empfunden hätten,wo viele vor Hunger und Mangel haben sterben müssen.