(Schul-Ordn. p. 48.) »Der Professor in der he«„bräischen Sprach giebt wöchentlich drey Stund hebräi-„sche, und zwey katechetische Lectiones, und alle 14 ,«Tag soll er ein Lxereirium disputatorium halten.,, —»(Ebend. p. 49) »Der griechische Professor giebet wö-»chentlich 6. Stunden , zwo in der Ethik, und 4. in der»griechischen Sprache.»
Die Kentniß der Ursprachen der Schrift gab den Re-formatoren eine grosse Uebermacht über ihre Gegner; darumsie in ihren Akademien, wie alle Eroberer thun, diejenigeDisciplin beybehalten haben welche ihnen den Sieg ge-geben hatte. Vor der Reformation waren die Bibelsprü-chen fast unbekannt; und auch in altern Zeiten warihre Kenntniß so selten, daß in den vier ersten Jahrhun-derten unsrer Zeitrechnung nur zwey Kirchenvater *) He-bräisch verstanden.
Ich habe oft über die Frage: Ob die Erlernung dreyeralten Sprachen jedem Geistlichen unentbehrlich sey? Sinngewechselt. Den möglichen Nutzen dieser Sprachkenntrniß für gründlich gelehrte Theologen, und ihre Unent-behrlichkeit für solche Männer, wäre zu berühren über-fiüßig. Die Frage wird schwerer wenn man sie so setzet:»Ist es nützlich daß viele hundert Theologen ihre beßten»Jugendjahre mit Erlernung dreyer todten Sprachen so»zubringen, daß kaum zwanzig unter ihnen alle drey„gründlich erlernen und beybehalten können ? Und wel-» chcn grossen Nutzen gewahren endlich diese seltenen Früch-»te jenen zwanzigen, davon der halbe Theil auf dem■ »Land leben muß»? So liegt die Anwendung gegen dieErlernung der Sprachen in aller ihrer Stärke.
Der größte Nützen der lateinischen Sprache für denPöbel der Studenten ist dieser: Daß nach unsern Ein-! ' 2 ) Origenes und Hieronymus.