der schuff, nur dieser kann die eingeschlummert« Liebezum Vaterland wieder unter uns aufwecken, und denBerner seiner edeln Bestimmung, seiner Voreltern, undseiner selbst würdig machen. Nur in jenen Jahrhunder-ten der Freyheit und der wahren Seelengrösse kann derSchweißer lesen was er nicht ist, und was er seyn könnte.
Daß die Kenntniß der Ursprachen der Schrift, (wel-che kaum ohne die lateinische Sprache kann erhellten wer-den) dem Gottesgelehrten unentbehrlich sey, werd N nurdiejenigen in Abrede seyn, die keine fremde Sprache gründ-lich wissen, und also die Unmöglichkei t die Begriffe ei-ner Sprache in eine andre ohne Verlust überzutragen,nicht einzusehen fähig sind.
Die Religion sollte in ihrer historischen und sittlichen,auch wörtlichen Einfalt, nicht aber in ihrer metaphysi-schen, noch weniger in einer polemischen Tracht erschei-nen. Sie hat nun andre Feinde als vor zwcyhundertJahren zu bestrriten; und ein Voltaire, ein Diderot, einHume werden nicht mit eben den Waffen bezwungen,die einem Zwilicrli oder Luther den Sieg gaben. Dar-um der Gottesgclehrte und wahre Philosoph, wie jederVertheidiger, wissen sollte, wo feine größte Starke undwo des Feindes Schwache ist. Er wird bald sehen,daß die allerfeinste Philosophie die Stütze jeder Wahr-heit zwar durchnaget; aber, da sie selbst nicht bauen undnur zerstören kann, zuletzt von jedem Religionssystemwelches dem Menschen Trost und übernatürliche Kraftanbietet , bezwungen wird , und eine Religion die dasHertz zu fesseln weiß, mitten unter dem Schutt vonMillionen philosophischer Lehrgebäude am Ende dochunerschüttert stehen wird. Es beruhet ihre Macht wiein ihren ersten Zeiten in der größten Einfalt, und inson-derheit darin daß sie tröstet und stärket, und durch dieReiße der Tugend jeden Ungläubigen bezaubert, und je-