Band 
Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
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Len Gcschgeber fesselt. Ist einmal der Geist den sie ha-ben sollte deutlich bestimmt, so ist die Frage: Was derTheolog wissen sollte? von selbst entschieden.

Die grossen Grundsätze der natürlichen Religion undder Moral liegen in dem unermeßlichen Raum der Gei-sterwelt so zerstreut, so kalt, daß sie ohne Wirkung blei-ben, bis irgend ein Brennpunkt entstehet, wo die Strah-len warm und wirksam werden. Wer diese auslöschenwill, stürzt die moralische Welt ins alte Chaos, wo dietausend Irrlichter, die wir nun in unserm so philosophi-schen und so abergläubischen Jahrhundert herumirren se-hen , entstehen und — verschwinden. Wahrlich die Re-ligion ist in der moralischen Welt was die Sonne inder physischen: Nur sie macht das Licht der Vernunftwirksam; sie zu benutzen ist die Kunst des Theologen:Nur Er weiß die Herzen ganzer Nationen mit dem Lichteder Warheit zu beleben. Da die Religion die kräftigstenBeweggründe zur Tugend anbietet, so sollte jeder Gesetz-geber, wie viel mehr noch der eines Freystaats, sich an-gelegen seyn lassen, diese Beweggründe zu> nutzen, undversichert seyn: Daß, wie in jedem Staat eine allgemeineOrdnung in den Handlungen, so auch in den Grundsä-tzen des Volks eine harmonische Reihe von Begriffen alhgemein seyn sollte; weil sonst die Gesellschaft in Verwir-rung fallt, und der Staat entseelet wird, ohne daß esjemand merkt, bis die Gefahr nahe und die Rettungzu lpat ist. Wer weiß nicht , daß die Schweißer ihreSiege der Religion mehr noch als ihren Sitten schuldigsind , und nun ihre Freyheit nicht mehr ohne diesebestehen kann. Ais ich aus dem Schlachtfeld von Mur-ren einem Bauer die heutige Ueberlegenheir der grossenNationen über die kleinern, erzählte, ließ er mich spre-chen , und sagte endlich ganz gelassen: Nicht grosse„Heere, nur Gott kann Siege geben». Ein Heer sich