kann erreicht werden ohne daß der Bildung der Geistli-chen etwas dabey abgehe. Da die beyden Bibelsprüchensehr leicht von einem Professor könnten gelehrt werden,(der in sieben Stunden beyde Sprachen besser, als derLehrer der Philosophie alle Theile dieser Wissenschaft undnoch die Physik oben drein , und besser als der Profes-sor der Eloquenz die lateinischen Autoren , die Katechirfation und noch dazu die ganze Universalgeschichte, leh-ren kann); so sollte das hebräische Catheder mit demgriechischen vereinigt werden, und das Leergebliebcnedem Geschichtschreiber überlassen seyn , der in beydenAkademien die allen Standen so wichtige Kenntniß un-sers uns so unbekannten Vaterlands einführen würde.Nur die vaterländische Geschichte kann wahre Bürgerbilden. Wer die Verfassung seiner Republik nicht ken-net , wird sie auch nicht lieben. Mir aber ist eben soviel daran gelegen , daß der Volkslehrcr ein guterBürger als ein gelehrter Etymologist sey. Soll dieAkademie gemeinnützig gemacht werden , so müssen alleihre Theile in Verhältniß mit einander und mit den Be-dürfnissen aller Stände, nicht aber für Eine Bürgcrklasseallein und ohne Plan eingerichtet seyn. Wer den End-zweck will, der sollte auch die Mittel wollen. Wenn Ein-wendungen darüber zu erwarten wären, so sind diese nichtvon Geistlichen zu vermuthen. Das Verstehen des grie-chischen Testaments ist so äusserst leicht , daß jeder guteKopf es in sechs Monathen und jeder mittelmäßige ineinem Jahr ohne Anstoß lesen kaun ; denn das griechi-sche Testament verhalt sich zu den acht griechischen Auto-ren , beynahe wie die neuern Lateiner -zu den altrömi-schen Schriftstellern.
Allein hier erscheint wieder eine wunderbare Er-schaffung in diesen theologischen Gefilden. Diese ist dieEatecherik, d. h. abermals die Theologie; aber nun in