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Frag und Antwort eingekleidet, aus der eine eigene Wiftsenschaft unter dem Schutz eines griechischen Namens istgebildet worden. Keine Fakultät erscheint wie die Theo-logie in so verschiedenen Trachten; bald in der Gestalt ei-nes Kriegers, unter dem Namen Polemik; bald ver-mummt in Frage-und Antwortwissenschaft. Wenn jedeandre Wissenschaft mit dem Gefolge der Theologie erschei-nen würde, wie seltsam und pabstlich würde nicht derHof der Musen aussehen, und welche glänzende Rollewürde nicht unsre Akademie daselbst spielen, wo sich EinProfessor acht theologische Catheder wünschte!
Wenn durch Frag - und Antwortwissenschaft jene so-kratische Weisheit verstanden wird , welche unmerklichjeden Begriff des Zuhörers entwickelt und fruchtbarmacht, und die Sokrates nur einer Goßweilcrinn, undnie einem Theologen übergab, so ist diese Erscheinungreine Logik , verbunden mit der allerfcinsten Menschen-kenntniß , und geziert mit allen Gaben einer ungekünstel-ten Beredsamkeit. Wer also diese Wissenschaft lehrenwill , muß ihre Bestandtheile lehren , und erst über !aBruyere und Fonttnelle Kollegia halten , dann überLocke und Donnet. Allein nichts ist dem menschlichenGeiste schädlicher, als ihm eine Form geben zu wollen,ohne ihm das Wesen selbst beyzubringen, davon die Formnur das äusserliche ist. Wer sich etwa sokratisch herablasisen wollte ohne Logik noch Mcnschenkenntniß , und ohneselbst die Bauern'prache tüchtig zu kennen, häuft Pedan-terie auf Unwissenheit, und sein Geist , anstatt gelenksamzu werden, wird — regelmäßig steif.
In welchem Geist aber diese sokratische Weisheit beyuns gelehrt werde, kann jedermann einsehen, der weiß,daß der Religionsunterricht mit Kindern bey demHeidelberger-Catechismns angefangen, und von Gelehr-ten anbefohlen wird, welche wesentlich finden, daß