alles, daß man wirklich Gold und nicht Kupfer habe.Verordnungen über Lehrart, Bücher, Dozieren und Mermorisieren sind alle unnütz, wo die Lehrer gut, aberebenfalls vergeblich , wo sie mittelmäßig sind. Sie sindim ersten Fall unnöthig, weil gute Lehrer ihnen selbstangemessene Regeln am beßten zu bestimmen wissen; undim zweyten Fall umsonst, weil keine Verordnung erhelltenwird, daß einer gut lehre was er schlecht weiß *). Alsodaß die Vorsteher der Wissenschaften sich nur damit be-schäftigen sollten daß überall würdige Lehrer bestellt wür-den **), und diese mit Genauigkeit ihren Pflichten ob-lagen. Solchen Lehrern soll die größte Achtung unddas unumschränkteste Zutrauen erwiesen, aber, so balddie Schüler nichts wissen, jenen ihre Entlassung gege-ben werden.
Welche Wahrheit ist wichtiger als diese! Sie istder erste Ring jener grossen Kette , an der die Re-publick wie die Welt Homers aufgehängt ist : Woder Lehrer des Gesetzgebers oder des Verkündigers
*). Jeder Lehrer sollte unabhängig in seinem Fach, wirken; alle llu-terlehrcr in ebenderselben Wissenschaft aber müßten ihm gehor-chen. Wo zwischen verschiedenen Oberlehrern etwas zu entschei-den ist, muß es von den Schulräthen geschehen. Nur in diesem«ud keinem andern Sinne kann die Methode dem Lehrer über-lassen seyn.
ä "0 Es wäre z. B. gegen alle Grundsätze der Vernunft, daß einLehrer der deutschen Sprache ein Werner wäre , der inter pares' vielleicht gelehrt über Adelring spräche , e&tx jeden AugenblickSolecismeu und Barbarismen anöstieffe. Auch sollte der franzö-sische Gprachmeister des Gesetzgebers einer französischen Provinzbesser Französisch als ein Pariser-Lakey sprechen. Nur Kinderkaufen Taschenuhren , die ein Aieferblatt aber kein Uhrwerkhaben ; und nichts würde kleinere Absichten verrathen als wennman bey einer grossen Reform mittelmäßige Lehrer wählenwürde.