Band 
Schweitzersches Museum. 1785. Zweyter Jahrgang.
Entstehung
JPEG-Download
 

maam 1019

„meiner Handlungen „ und je wich igere sollte nothwen-dig noch beygefügt werden, „durch die bürgerlichen Ge-„setze bestimmt sind, desto geringer ist meine bürgerliche„Freyheit». Letzteres , scheint der Philosoph zu vermu-then , sey in den sogenannten Frcystaaten würklich derFall: „ Denn in denselben (sagt er selbst, ist die bürgerli-„che Freyheit durch unendlich viel Gesetze eingeschränkt,„die man in den unnmschränktesten Monarchien nicht ken-„ net Sehr schwer dürfte wol der Beweis diesesSatzes, dem wenigstens die Erfahrung in unsren Zei-ten offenbar zu widersprechen scheint, zu fahren seyn. DerGebrauch welchen jeder Mensch von seiner eignen Per-son machen kann, begreift unstreitig alle bürgerlichenHandlungen deren er fähig ist , unter sich, wenn manauch unter der Anwendung seiner Person bloß den Ge-brauch des grösseren Theils seines Leibes - und Seelen-krafte verstehen will. In diesen beyden Stücken aberscheint die Natur sehr stiefmüterlich Monarchicnbür-ger behandelt zu haben, so bald man die verschiednenBerussarten betrachtet, welchen sich tue meisten gesetz-massig widmen müssen, und die Anwendung die sie vonihrem Vermögen machen können ; beydes aber mitdem Schicksaale der Einwohner beynahe jeder heutigenRepublick vergleicht. Wie viele Tausende z. B. müssennicht in Frankreich, Oestereich, Preussen, ja in'allen Kö-nigreichen ihren Nacken unter das harte Joch eines un-freywilligen Kriegsdienstes biegen, und ihr Thun undLassen, d. h. die ganze Summe ihrer bürgerlichen Hand-lungen, nach dem durch Landcsgesetze autorisierten Stocktyrannischer Feldwebel einrichten ? Zwar wendet manein , diese Beschwerde falle nur auf die niedrigste undunempfindlichste Classe des Menschengeschlechts ; undmancher Schriftsteller scheint bloß das Loos der höherenStande und besonders seiner Zunftbrüder zum Maaß,