Zweites Capitel.
Wallensteins Güter ankaufe in Böhmen.
Bald nach der Eroberung Böhmens für den rechtmäßigenLandesherrn und bei den strengen, aber wohlverdienten Urthei-len gegen die Rebellen, welche alle anerbotenen Mittel zu fried-licher Ausgleichung so trotzig und so beharrlich von der Handgewiesen hatten, begann Wallensteins in allem nach dem Maß-losen und Riesenhaften gerichtetes Bestreben sich zu entfalten,Befriedigung für dasselbe, zu Künftigem die Grundlage, leichtzu finden. Der Keim dieser anerbornen Art lag schon in derAntwort, die er als Knabe dem Oberstburggrafen Adam vonWaldstein auf die Bemerkung gegeben: „Vetter, Ihr thut, alsob Ihr ein Fürst wäret!" — „„je nun, was nicht ist, kann nochwerden!"" H Derselbe Sinn, der in Prag einen Palast gebaut,welchem hundert Bürgerhäuser hatten weichen müssen, und indessen Festsaal die berühmtesten Maler den Erbauer mit lorbecr-umreiftem Haupt, von den Sonnenrossen gezogen, darstellenmußten, der auch zu Sagan einen Bau begann, der schon inseiner Anlage als das achte Weltwunder bezeichnet wurde, deraus seinen Münzstätten Ducaten bis zu sünszigfachem Werthhervorgehen ließ 2); jener Sinn, der- mit dem Erwerb vonMecklenburg den zu jener Zeit in Deutschland noch nicht ge-
H Förster, Wallciistein als Feldherr und als Fürst, S. 3.2) Förster, a. a. O- S. 375.