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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Blick auf Wallensteins frühere Zeit.

zu Erhöhung der ihrigen darniederzudrncken. Darüber habensich die erlauchtesten Geschlechter Böhmens und seiner Nebenlandegetrennt"). Wallenstcin blieb seinem Landesherrn getreu, abernicht bloß in einer Weise, deren man am Ende, ohne Opfergebracht zu haben, sich rühmen kann, der Gesinnung nach,sondern der That nach. Er bewährte dieses, sobald durch desGrafen Matthias von Thurn Bestrebungen auch Mähren indie Empörung hineingerissen worden, in der mit keckem Muthbewerkstelligten Entführung der Landeskasse; was jedoch wederihm noch seinem Herrn Gewinn bringen konnte "), da diesernach kurzer Zeit die Beute zurückstellen ließ.

Sah sich hierauf Wallenstein von seinem Kriegsvolk ver-lassen, so fehlten ihm nicht andere Kampfgenossen zu Verthei-digung des rechtmäßigen Herrn. Das Erbe der ersten Ge-mahlin hatte ihm die Mittet- geboten, noch in den letzten Wo-chen der Regierung des Kaisers Matthias zu dessen Dienst, alsdes rechtmäßigen Herrn, tausend Kürassiere zu werben "),an deren Spitze er bei Bucquoi's Kampf gegen Mansfeld beidem böhmischen Städtchen Teyn den entscheidenden Schlagführte, der dem königlichen Feldherrn den Sieg sicherte "). Andemjenigen auf dem weißen Berge nahmen wenigstens seineReiter Theil, indeß er selbst die Hcrbeischaffnng von Lebens-mitteln für das Noth leidende Heer zu besorgen hatte.

^) Neun Wallenstcine in Böhme» und Mähren wurden in der Folge,als Rebellen, ihrer Guter verlustig.

Gesch. Kaiser Ferdinands Bd. VII, S. 486. Zn den gedruckten Bü-chern finden wir, daß der Kaiser ihm von dieser Beule 12,606 Thaler zuErrichtung eines Kürasfier-Rcglments überlassen habe. In den ungedrucktenActen haben wir hieven nichts gefunden; auch war das Kürasfier-Regimentzu dieser Zeit schon geworben und bereits im Dienst.

*6) Wallensteins Gesuch an den Erzherzog Albrecht, ihm solche zu ge-statten, von, 14. Febr. 1619, ist abgedruckt in Lli. kolilenlisck Wollen-stem llans ses riziporls .ivee >o cnnr 6e liruxelles, llonU 1862, s> 2.

-7) wesch. Ferdinands, Bd. VII, S. 562.