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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallenstcms Gütcrankäufe in Böhme».

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träges werde in Rechnung gebracht. Wallenstein, Martiniz undMichna zögen, sobald sie ihnen gefielen, Güter von Wittwenund Waisen an sich, gäben ihnen ein Spottgeld dafür, so daßoft aus dem Getreide und den Fährnissen mehr gelöst werde,als das ganze Gut koste. Die beiden letzteren sammt Lichten-stein hätten das bewegliche Eigenthum, das Geld und die Klei-nodien deS Nudolph Zeidlitz unter sich getheilt, ohne daß Sr. M.viel davon zugekommen wäre. Lichtenstein scheue sich nicht zusagen: ob man auch bei I. M. klage, immerhin müsse seinGutachten vernommen werden und hänge der Endenlscheid vonihm ab. Mehrere Güter habe Wallenstein von I. M. erhal-ten, um hievon die Soldaten zu bezahlen. Diesen sehe nichtder halbe Theil ihrer Forderung gereicht, derselbe Sr. M. dennochfür voll angerechnet worden. Wo die Unterthanen zuvor zuanderthalb Kreuzer angelegt gewesen, würden sie jetzt durchWallenstein auf 15 Kreuzer angestrengt. Den Städten lege er(zum Unterhalt des Kriegsvolkes) Contributionen an Geld undan Getreide nach eigenem Gefallen auf, nicht zu 2 300,sondern zu 56000fl. Dann heißt es weiter von ihm:aufI. M. Herrschaften werden Soldaten gelegt, auf die seinigenund auf Michna's keine. Er befleißt sich, alle andern Solda-ten aus dem Lande zu bringen, damit er mit den seinigennach Gefallen guberniren könne. (Ein Verfahren, welchesWallenstein zu dieser Zeit in Böhmen im engeren Bereich, wäh-rend der drei Jahre vor seiner Entlassung in dem ausgedehn-teren von ganz Deutschland gegen die Armee des katholischenBundeS übte). Er hat gute Avisen bei Hof und spendirt hiezunicht wenig."

Man könnte gegen diese Denkschrift die Einwendung er-heben, daß ihr eine Unterschrift jede Zeitbestimmung fehle.Letztere ergiebt sich aus dem Inhalt. Für dieselbe spricht derOrt ihrer Aufbewahrung; mehr noch, daß deren Glaubwür-