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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallensteins Güterankänfe i» Böhmen.

II

vigkcit durch Behelfe, welche keinen Zweifel zulassen, erhärtetwird. Vieles, was aus den nächstfolgenden acht Jahren überWallenstein berichtet werden muß, kann ihr zur Unterstützungdienen.

Der Fürst Carl von Lichtenstein schlug, bald nachdem erals Landpfleger in Böhmen eingesetzt worden, den Werthaller eingezogenen Güter der Rebellen auf 5,278,966 Thaleran 22 ). Die Maßregel der Beschlagnahme wurde aber baldhernach erweitert, so daß der Gesammtbetrag zu dreißig Mil-lionen Gulden geschätzt werden konnte, indeß der Erlös bloßauf 28 Millionen anstieg 26 ). Wüßten wir auch nicht, daß,nachdem eine Menge Verkäufe bereits stattgefunden hatte, vonWien aus die Frage in Anregung seye gebracht worden: obnicht in Bezug auf die noch nicht gutgeheißenen eine neueSchätzung nach laufendem Geldwerth sollte vorgenommenwerden 27), so fehlt es zu der Beweisführung, wie bei der-selben Willkür und Gunst gewaltet habe, nicht an Beweisen.Anfangs wurde sogar das eine oder andere Gut ohne Schätzungoder zu einem Preis überlassen; was den Kaiser noch vorAblauf des Jahres 1622 veranlaßte, die Verkäufe hinfort sei-ner Bekräftigung zu unterziehen 2«), später die Güter, dafernsie noch nicht bezahlt wären, dem Meistbietenden zu überlas-sen 2 S). Wurden dann einige zu ungleich höherem Preis alsder Schatzungswerth abgetreten, indeß andere diesen lange nichterreichten, so ist die Vermuthung vorwaltender Gunst keine

26) Die Gedenkb. d. Hofk. vom 21. März 1621 erwähnen des von ihmeingegebenen Verzeichnisses.

2b) Materialien zur Statistik v. Böhmen.

22 ) Gedenkb. 29. Dec. 1623.

2») Gedb. Dec. 1622.

2») Das. Juli 1625.