Gallensteins Güterankäufe i» Böhmen.
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Auf dem Scheitelpunkt seines Ansehens stehend, gab Wal-lenstein am kaiserlichen Hofe eine Rechnung von 537,072 Gul-den ein, die er seit drei Jahren auf das Kriegswesen ange-legt habe; als Köder für leichte Annahme sollte der Vorschlagdienen, diese Summe bei der Abrechnung mit den Soldatenin Abzug zu bringen 68). Nach wenigen Tagen überließ ihmder Kaiser 600,000 st., „die er zur Beförderung des Kriegs-wesens aufgewendet", auf den Steuerbetrug der schlesischenStände von 600,000 Thalern ZS). Waren diese beiden Be-träge einer und derselbe? Die Verschiedenheit der Ziffer sprichtdagegen. Waren sie es, so beweist die rasche, wir möchtensagen die überfließende Bewilligung der Forderungen den Ein-fluß, in welchen der Gewaltige an dem kaiserlichen Hofe sichgesetzt hatte 6v). Wie emsig er aber auf alles, was ihm zumNutzen dienen konnte, ein wachsames Auge hatte, geht ausdem Auftrag an seinen Landshauptmann Gerhard von Tarishervor: er solle 25,000 Strich Korn zum Vorrath für dieArmee abführen lassen, davon 19,000 bis an die Elbe miteigenen Fuhren, was 15,200 fl. betrage, und zu Bezahlung er-kaufter Güter sich verwenden lasse 6i).
Auf diese Weise wußte Wollenstem den weit öfter bewun-derten als gründlich erwogenen Satz: der Krieg müsse den
-») Gedb. den 15. April 1628.
K) Das. 2g, April.
b>) Bei der zweiten Bestallung als General im Jahr 1631 ließ er sichsogleich das Versprechen geben, daß die Kammer die Befriedigung der Gläu-biger der früheren Besitzer seiner böhmischen Güter (Beweis, daß er dieseunbefriedigt gelassen hatte) mit 406,060 si. über sich nehmen wolle: SlawatasVotum.
6>) Wallensteins Schreiben an T., vom 15. August 1627; Abschr. imKriegsa.
». Hulter, Waltenstklu.
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