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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallensteins Gkterankäufe in Böhmen.

S. M. könnten sich noch nicht erklären 5i). Wie er sodannden Herzog von Bayern in Kraft seines Kommissariats umEinweisung in die Herrschaft Bischofteiniz mit deren Gefallenund Einkünften angieng, wurde ihm bemerkt, daß dieses Kom-missariat nicht mehr bestehe 52). Hieraus wurde er auch mitdem Wunsch, für einen Jahrgehalt von 100,000 Schock meiß-nisch 5H den Besitz der Stadt und Herrschaft Leitmeritz zu er-langen, von der kaiserlichen Kammer abgewiesen^). J,z derFolge sollte er eine neue Pension von 10,000 sl. aus der min-der gesicherten Quelle der böhmischen Wein- und Viergefällebeziehen »S).

Indeß wurde Wallenstein doch von Böhmens Statthalter,dem Fürsten Carl von Lichtenstein, wohl eher wegen seinesVerfahrens in diesem Lande, als wegen seiner Saumseligkeitbei dem Einfall der Ungarn in Mähren §6), an dem kaiser-lichen Hofe verklagt. Da ricth ihm (wenn er anders einensolchen Rath nicht selbst sich geben konnte) sein Oberstlieute-nant, Graf von Nogarol, die Rechtlichkeit seines Verfahrensdurch handgreifliche Gründe zu erhärten. Wallenstein nahm60,000 Thaler mit sich, mittelst deren er nicht allein aufsglänzendste die erhobene Klage widerlegte, sondern zugleich beiden kaiserlichen Räthen die Pforte der Gunst in solcher Weisesich erschloß, daß sie von da an zu immer größeren Entwür-fen ihm offen stand 57).

") Gedb. 29. März 1621.

S2) Westenrieder Beiträge VIII, 151.

sa) Den 13. Oct. 1622 werden ihm bis zu Entrichtung desselben109,000 Schock als Gnade zugesagt-, das.

ss) Gedb. 23. Jan. und 12. März 1624.

S-) Das. 15. Der. 1628.

se) Wie Förster Briefe I, SO sagt.

s?) 6. priorato Ilistoria clslla vila <Ii tValstsin. 4. Ickon.

1643. p. 10.