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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Wallenstein sammelt eine Armee.

Das Jahr 1624 verlief unter Hin- und Herzügen, gegen-seitigen Beobachtungen Tilly's und des Königs, vornehmlichim Wesergebiete; bei dessen fortgesetzten Rüstungen Ernsteresund Entscheidenderes für das folgende Jahr in Aussicht stel-lend.

Diesem war bei der Obliegenheit, den beiden Kriegshäupt-lingen Mansfeld und Braunschweig, wo immer dieselben vomElsaß bis an die holländische Gränze unerwartet hervorbrechenmochten, sich entgegenzustellen, Tilly trotz aller unermüdlichenRegsamkeit und vielfach bewährter KriegSerfahrenheit nicht ge-wachsen. Er suchte in Wien um Unterstützung durch ein kai-serliches Heer an. Aber der Kaiser stand nicht gerüstet. Erstim abgelaufenen Jahre hatte er zu Erleichterung der Länderseine Kriegsmacht vermindert, die Last des fern von seinenGrenzen brennenden Kampfes den Bundesfürsten überlassen;die Kammer war erschöpft, es gebrach an allen Mitteln zumKriegführen. Wallenstein befehligte damals als General-Feld-wachtmeister H die geringe Streitmacht des Kaisers, welche inBöhmen lag H. Er selbst hatte zu Verminderung der kaiser-lichen Kriegsbereitschaft auf 24,000 Mann im Jahr 1624einen Antrag gestellt b). Von Prag aus scheint er jetzt Anträgezu deren Verstärkung nach Wien gesendet zu haben?). Durch

4) Ersichtlich aus Befehlen, die er am -29. Jänner, 9. Febr-, 22. Febr.1625 aus Prag an den Obersien Collalto erließ; Pirnizer Acten.

6) Das war die kaiserliche Armee, welche in Westenrieders Bei-trägen VIII, 157 erwähnt ist. Der Halberstädter und Mansfeld (wie diesesdes Letzteren Absicht unausgesetzt war) wollten den Krieg i» die Erblondeverpflanzen.

6) Den 29. Juni 1624 an Collalto; das.

?) Der formulirte Antrag, welchen Khevenhiller X, 892 anführt,scheint Wallenstein persönlich eingereicht zu haben; aber erst im Mai warer in Wien anwesend.