Wallenstein sammelt eine Armee.
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seine früheren Kriegsthaten hatte er Ruf und Vertrauen ge-wonnen ; man erkannte in ihm den Hoffnung gewährendenFührer eines ansehnlichen Heeres. Am 7. April 1625 er-nannte ihn der Kaiser zum „Capo über alles kaiserliche Volk»)."Als politischer Geschäftsmann der Reichsverfaffung und, weilöfters zu Sendungen gebraucht, der Art und Weise einzelnerStände kundig, sollte ihn der Reichshofrath Walmerode zudem bevorstehenden Feldzuge begleiten ^). — Das Heer aber,dessen Haupt Wallenstein seyn sollte, war zu dieser Zeit nochnicht beisammen; doch durfte Ferdinand, die bisherigen Erfah-rungen berücksichtigend, der Hingebung, der Gewandtheit desErnannten vertrauen, er werde die Mittel auffinden, ummit einer der hohen Stellung würdigen Macht ins Feld zurücken. Wallenstein kam nach Wien "). Er erbot sich, einHeer von 50,000 Mann zusammenzubringen, dasselbe durchmanche Jahre zu erhalten. Den kaiserlichen Räthen schien derGedanke abenteuerlich. Vermöge man nicht, erwiederten sie,20,000 Mann zusammenzubringen, wie denn 50,000 sich auf-stellen und bezahlen ließen? „Freilich, versetzte Wallenstein,mit bloß 20,000 Mann können die Länder nicht zu deren Er-haltung in Contribution gesetzt werden, wohl aber mit 50,000".— Man blieb dabei, daß er vorerst die 20,000 Mann werbe,hienach deren Zahl mehren mögen).
Die Kriegsheere dieser Zeit waren häufig in großartigem
8) Abschrift des Patents, im Kriegsa.
2) Kaiserlicher Erlaß an diesen vom 26. Juni 1625 im St.A.
'0) Sein Schreiben an den Schloßhanptmann zu Gitschin, datirt Wien9. Juni 1625. bei Förster W.'s Briefe 1, 52.
") In einem Schreiben vom 18. Juli spricht er selbst noch die Mei-nung aus. daß das neu zu werbende Heer 24,000 Man» nicht überschreitensollte; A. v. Pirniz.