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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Fünftes Capitel.

Wallenstein und Tilly.

Zu der Zeit, da Wallenstein seine Armee sammelte, stan-den mit wechselnden Vortheilen Tilly und der König von Däne-mark an der Weser einander gegenüber. Diesen und alles,was dem Uebergewicht des Calvinismus förderlich seyn, zuHerabsetzung des Hauses Oesterreich dienen konnte, begünstigteseit dem Wahltage von Frankfurt der Landgraf Moritz vonCasscl mit unermüdlicher Betriebsamkeit. Der Adel seines Ge-bietes, von ihm auf mancherlei Weise bedrückt, stand auf desKaisers, seines Beschützers, Seite. Wallensteins erste Aufgabewar, durch Sicherung des früher von Tilly besetzten Hessensden Rücken der kriegführenden Heere zu sichern. Dorthin wen-dete er sich nach seinem Aufbruch von Eger zuerst. Nachdemihm zu jenem Zweck Graf Merode mit 6000 Mann gefolgtwar, trat er den Marsch nach dem niedersächsischen Kreis an.

Berittene Zigeunerbanden, zu 10 bis 15 Mann stark,zogen ihm auf ungebahnten Wegen voran, versteckten sich inGehölze, spähten die Umgegend aus, um sie, wo kein Wider-stand ihnen entgegentrat, zu plündern. Daß sie von Wallen-

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*) Welcher am 3. September 1625 statt fand.v. Hurter, Walleustein.