Buch 
Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
Entstehung
JPEG-Download
 

306 Die Bundeseonvente zu Heidelberg «. Mergentheii» und d. Jahr 1629.

schlössen wurde. Wallenstein, der erst dann in dem Besitz vonMecklenburg sicher zu seyn glaubte, wenn dieser unterzeichnetseyn wurde, war so sehr für dessen möglichste Beschleuni-gung^), daß er in Tillys Antrag, vornehmlich mit den däni-schen Ständen zu unterhandeln, eine Absicht, denselben zu hin-tertreiben , argwohnte. Er selbst stellte Krieg mit den Türken,da er in drei Jahren dem Kaiser die Krone von Constanti-nopel aufzusetzen gedenke"), als Beweggrund voran. WiewohlNiemand Herstellung des Friedens ernstlicher wünschen konnteals die Reichsstände, diejenigen des Bundes zumal, sie auch beidem Convent von Mülhausen, bei der Zusammenkunft von Bin-gen und treulichst an dem Bundestag zu Heidelberg den Kaiserwarm hiefür angegangen, beharrle Wallenstein doch auf derMeinung, Tilly seye demselben abgeneigt;was, fügt er bei,aus seines Herrn Bottegha kömmt")." Mit diesem Eifer,den Frieden zu Stande zu bringen, steht das Verlangen umAusfertigung neuer Werbpatente in unerklärlichem Wider-spruch >2). Ja, als derselbe bereits unterzeichnet war, ver-langte des Kaisers Oberster Feldhauptmann wieder eine Wer-bung von 1012,000 Mann"). Jetzt bezeichnete er Italienals Ziel "), Memmingen bereits als Sammelplatz ").

In diese Zeit des Friedensschlusses und der beabsichtigtenneuen Werbungen fällt die Thätigkeit der bundessürstlichen Ge-sandtschaft in Wien. Bei der Audienz vor dem Kaiser führte

v) Wie aus einem Schreiben desselben vom 23. Febr. 1629 erhellet;Plrn. A.

") Sein Schreibe» vom 30. April; das.

") Schreiben vom April; das.

") Schreiben desselben vom 29. April; das.

") Schreiben vom 17. Juni; das.

") Schreiben vom 7. Juli; das.

'') Schreiben vom 20. Juli; das.