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Zur Geschichte Wallensteins / durch Friedrich von Hurter
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Die Bundesevnvente zu Heidelberg n. Mergentheim und d. Jahr 1629. 307

der mainzische Abgesandte, der Dompropst Reichhard von Metter-nich, das Wort. Eine Stelle, in der er von denJnsolen-zien" der Offiziere sprach, mit dem Beifügen: wenn die Ständedes ReichsRemedirungsmittel" dagegen vornehmen wollten,könnten die katholischen Churfürsten von denselben sich nichtabsondern, wurde von dem Kaiser etwas übel aufgenommen;die Geheimen Räthe verlangten nachher, daß sie in der schrift-lichen Eingabe ausgetilgt werde. Die Gesandten beriefen sichauf ihre Jnstructivn, von der sie nicht abweichen dürften").Freundlich hingegen gieng der Kaiser auf das Gesuch ein, mitseinen Räthen in Verhandlung treten zu dürfen. Er bezeich-nete hiezu Trautmansdors, Collalto und Nostiz. Diese ver-sicherten die Gesandten, der Kaiser wolle ernstlich Frieden,ebenso den Collegialtag, und werde eine Botschaft nach Sachsenabgehen lassen. Allein es seye zu vermuthen, daß der Churfürstin Person bloß auf einen Reichstag werde kommen wollen; obman nicht zu einem solchen sich verstehen könnte, den Collegial-tag unmittelbar vorangehen lassen? Ferner hieß es: Sachsenwerde des Restitutionsedicts wegen ") Schwierigkeit machen.Wie man hierin vorgehen, ob man die Gelegenheit aus derHand lassen solle?Nein! Nein!" erwiederten die Gesandtenvon Bayern und von Cöln. Bezüglich des Heeres versicherteCollalto, es bestehe nur noch aus 105,000 Mann zu Fuß undzu Roß, von denen jedoch ein Theil Polen und Spanien alsHülfstruppen seyen überlassen worden. In Bezug auf derenVerminderung erhob er solche Bedenken, daß die Gesandtenerschraken. Acht Tage dauerten die Unterhandlungen, ohnedaß etwas erreicht, aber doch Verminderung der Bundcsarmec

W) Metternichs Schreiben an den Chnrfkrsten v. 30. Mai; im Erzczl.A.Den 6. März erlassen.