Die Bundesconveute zu Heidelberg n. Mergentheim und d. Jahr 1629. 315
das Geringste habe erfahren können." Maximilian ließ sichnicht täuschen; er sah in der Verbreitung dieses Gerüchtes nurirgend eine verdeckte Absicht Wallensteins. „Spinola, theilter dem Churfürsten von Mainz über jene Sage mit 34), werdeals Landpfleger und Befehlshaber über das Kriegsvolk näch-stens zu Mailand eintreffen, Friedland aber so wenig von die-sem sich commandiren lassen, als der andere ihm sich unter-ordnen. Auch seye Beider Gemüthsart so verschieden, daß sienicht lange sich würden vertragen können. Dann komme ihmverdächtig vor, daß Wallenstein diese Absicht vor Tilly, derjüngst geraume Zeit bei ihm in Güstrow verweilt, so geheimsollte gehalten haben, daß er sie erst jetzt in der Ferne undvon dritten Personen erfahren müssen." — Doch hatte Wallen-stein mit dem Kaiser von der Absicht gesprochen, mit 70,000Mann über die Alpen zu ziehen, dabei weit andere Dinge inAussicht gestellt als bloß die mantuanische Erbschaft. Er sollsich geäußert haben: seit mehr als hundert Jahren seye Romnicht mehr geplündert worden; jetzt müsse es weit reicher seynals damals 36).
In diesem, wie in den mehrmals geäußerten Entwürfengegen die Türken, erkennen wir jenen Sinn, der zu dem Fernenund Riesenhaften, selbst Abenteuerlichen, lieber sich hinwendet,als zu dem Näherliegenden, oft Nothwendigen, was bei siche-rerem Vollbringen weniger Glorie in Aussicht stellte.
Aber auch mit jenem Zug nach Italien war es nicht ernstgemeint. Denn bald nachdem die Rede davon weitaus erschalltwar, theilte Wallenstein Tilly mit 3«): Graf Sforza seye bei
Schreiben vom 10. Juli; im Reichsa.
N) Aretin S. «3.
36) Maximilians Schreibe» au das Domcapitel in Mainz (der Chur-fürst war inzwischen gestorben) vom 31. Juli.
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