316 Die Bunvescoiwentc zu Heidelberg u. Mergentheim und d. Jahr 1629.
ihm angekommen mit der Anzeige, man seye mehrern Volkesin Italien nicht bedürftig; er seye nun Vorhabens, einen Theildesselben den Spaniern in die Niederlande zuzuschicken, 18,000Mann in Mecklenburg und in Pommern zu lassen, das übrigegegen die widerspenstige Stadt Magdeburg zu gebrauchen.
Nach dem Frieden mit Dänemark mußten Jütland unddie übrigen Gebiete dieses Königs geräumt werden. Zehn Re-gimenter sollten wirklich zum Beistand gegen die Holländernach den Niederlanden abgehen. Bald jedoch erhielten sie denGegenbefehl, wieder nach Schwaben hinaufzuziehen. Der Wegführte sie meist durch die Quartiere der Bundesarmee, womitder Argwohn, es seye bloß auf das Verderben von dieser ab-gesehen, wenigstens eine Grundlage erhielt. Dreimal nun,schrieb Tilly dem Churfürsten von Bayer» ^?), seye die Marsch-route dcS aus den dänischen Gebieten abziehenden Volkes ge-ändert worden. Maximilian hatte richtig geahnet, wenn erunter jenem angeblichen Zug nach Italien „andere Dissegni"vermuthete, deßhalb Tilly befahl, auf der Hut zu seyn, imNothfall mit der gesummten Bundesarmee sich marschfertig zuhalten
Somit war die Sendung der katholischen Churfürsten nachWien, trotz aller Zusagen des Kaisers, fruchtlos geblieben.Wallenstein fuhr fort, als unumschränkter Gebieter zu handeln.Kaum einen Monat, nachdem diese Gesandten Wien konntenverlassen haben, schickte der Churfürst von Bayern seinen Kriegs-commissär Ruepp an Collalto, um ihn, dieweil er höre, Fried-land wolle mit starker Heereömacht hinaufziehen, an des Kai-sers Zusicherung von Verschonung der Bunbesstände mit Durch-zügen zu erinnern. Collalto erwiederte trocken: „es ist un-
Dessen Schreiben vom 27. Juli 1629; im St.A.
Schreiben an denselben vom 16. Juli, bei Areti» S. 64.